Domschatzkammer: Mittelalter wird greifbar gemacht

Von: Svenja Pesch
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Zeigen große Kirchenschätze in der Domschatzkammer: (v.l.) Domschatzkammer-Leiter Dr. Georg Minkenberg, Vera Blazek, Vorsitzende des Kulturvereins Aachen-Prag, und Dr. Michael Kotrba, Handschriftenpezialist der Zentralbibliothek Zürich. Foto: Dirk Salm

Aachen. Die Domschatzkammer Aachen lädt die Besucher mit einer neuen Ausstellung ein, auf Entdeckungsreise zu gehen. „Wege mittelalterlicher Handschriften durch Europa. Prag-Aachen-Reims-Buda. Faksimiles der Krönungsevangeliare” - mit dieser Schau, die unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Marcel Philipp steht, will der Kulturverein Aachen-Prag in den beiden ehemaligen Krönungsorten das Bewusstsein historischer Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten fördern.

Die aktuelle Ausstellung zeigt jedoch keine Originale, denn das kann sie nicht, und will sie auch nicht. Es geht vielmehr um die Bedeutung der einzigartigen Stellung der einzelnen Handschrift für das jeweilige nationale Kulturerbe im Mittelalter. So erinnert sie beispielsweise an die im Jahr 2007 mitgebrachte Gabe der tschechischen Pilger an die St. Johann-Baptiste-Kirche in Burtscheid (Faksimile des Codex Nitrensis) oder an die zum Teil sehr abenteuerlichen Schicksale der einzelnen Handschriften in komplexen, kulturellen Beziehungen.

Böhmische Münzen

Doch nicht nur bedeutsame Schriftkopien können bestaunt werden, auch böhmische Münzen, die Kopie des Schwertes von Karl dem Großem sowie die Kopien der Inkunabeln versuchen dem Betrachter die Geschichte ein Stück näher zu bringen. Doch ein Original gibt es dann doch, das „Prager Missale” von 1498, kommt aus der Domschatzkammer Aachen.

Dr. Georg Minkenberg, Leiter der Aachener Domschatzkammer, ist stolz, so eine Sammlung präsentieren zu können: „Wir haben hier wirklich die ganz großen Kirchenschätze Europas und wir versuchen, die Bedeutung des mittelalterlichen Denkens greifbar zu machen.” Auch Dank der vielen Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer, die enormen Einsatz zeigten, haben die Stücke die weiten Reisen gut überstanden. Die Nachdrucke der Schriften sind selbst für Kenner nur sehr schwer von dem Original zu entscheiden. Insgesamt gibt es vier Handschriften mit vier unterschiedlichen Wegen und Geschichten, die alle spannend sind und den Gast einladen, sich auf eine kleine Zeitreise zu begeben. So wird man unter anderem auf Abhandlungen des heiligen Hieronymus, Kaiser Karl und auf das Krönungsevangelister der Könige von Böhmen treffen.

Die Ausstellung dauert noch bis zum 28. November 2010. Die Öffnungszeiten: montags von 10 bis 13 Uhr, dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr.
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