Aachen - Dompropst Poqué: „Verkettung unglücklicher Umstände“

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Dompropst Poqué: „Verkettung unglücklicher Umstände“

Von: Robert Esser
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Dompropst Helmut Poqué: „Alle großen Restaurierungsprojekte werden für die öffentlichen Geldgeber exakt dokumentiert.“ Foto: Michael Jaspers

Aachen. Nachdem der Vorstand des Vereins zur Erhaltung des Aachener Doms – unter anderem wegen fehlerhafter Abrechnungen mit Domschatzkammer und Domkapitel – verärgert und enttäuscht die Einstellung seiner Spendenaktivitäten angekündigt hat, geht Dompropst Helmut Poqué in die Offensive.

In einer Stellungnahme vom Freitag betont er, dass die Differenzen zwischen Vereinsvorstand und Domkapitel „nichts damit zu tun haben, dass Spenden für den Aachener Dom nicht zweckgerecht verwendet werden“. Vereinsvorsitzender Ralph Leroy hatte dem Domkapitel vorgeworfen, für Restaurierungsarbeiten für die Karlsbüste mehrere zehntausend Euro zu viel abgerechnet zu haben.

Dazu Poqué: „Die beschriebene Differenz über die Abrechnung der Restaurierung der Karlsbüste ist zwischen dem damaligen Vereinsvorsitzenden und dem damaligen Leiter der Domverwaltung 2005 einvernehmlich als beendet erklärt worden. Sämtliche damals vom Verein zur Verfügung gestellten Spendenmittel wurden für die Restaurierung der Karlsbüste eingesetzt.“

Laut Darstellung des Fördervereins musste das Domkapitel damals eingestehen, dass „verschiedene Einzelposten weder in der Sache noch in der Höhe nachzuvollziehen waren“ – was bis zur Klärung zu einer Verdopplung des Rechnungsbetrages auf 71.000 Euro geführt hatte.

Der Dompropst betont in seinem Schreiben vom Freitag, dass durch die Einführung eines neuen Kostensystems im Jahr 2012 „der Aussagewert der laufenden Buchhaltung im Domkapitel deutlich erhöht“ wird. Zudem schreibt er: „Alle großen Restaurierungsprojekte werden für die öffentlichen Geldgeber exakt dokumentiert, die Abrechnungen werden jährlich von der Bezirksregierung ohne Beanstandungen geprüft.“ Diese seien auch von Fördervereinen einzusehen.

Versäumnisse des Leiters der Domschatzkammer, Dr. Georg Minkenberg, sieht Poqué lediglich bei einem Dokumentationsheft über die Restaurierung der Karlsbüste vor sieben Jahren. Poqué behauptet – im Unterschied zum Vereinsvorstand –, dass dieses Heft zur Restaurierung im Jahr 2005 erst für April 2013 zugesagt gewesen sei und nun Ende Mai 2013 fertiggestellt würde.

Schließlich bezieht sich Poqué auf die Vorwürfe des Vereinsvorstandes, dass seit 2010 Unregelmäßigkeiten beim Verkauf vom Domkalendern etc. im Domlädchen ungeklärt seien. „Die Zahlungsmoral des Domkapitels ist nach Einschätzung unserer Geschäftspartner überdurchschnittlich gut“, erklärt der Dompropst.

Er konkretisiert: „Der im Artikel beschriebene Einzelfall ist auf eine Verkettung unglücklicher Umstände zurückzuführen, eine Erinnerung oder Abmahnung der offenen Posten durch den Verein ist auf dem üblichen Wege bis heute nicht erfolgt.“

Der Vorsitzende des Fördervereins hingegen hatte von einem persönlichen Gespräch mit Dompropst und Domschatzkammer-Leiter berichtet, in dem die Kirchenvertreter die Klärung der fraglichen Abrechnungsdefizite versprochen hätten – was aber nicht geschehen sei.

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