Aachen - Domkeller: Von Techno bis Klassik ist alles dabei

Domkeller: Von Techno bis Klassik ist alles dabei

Von: Julia Gröbbels
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Will mit seinen Montagskonzerten auch einen Beitrag zur Musikkultur in Aachen leisten: Milos Sous, der Betreiber der Kultkneipe Domkeller im Hof. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Milos Sous hat die Qual der Wahl. „In der Woche bekomme ich via Mail etwa zwanzig bis dreißig Anfragen von Bands“, sagt der Betreiber des Domkellers. Seit etwa fünf Jahren finden dort regelmäßig sogenannte „Montagskonzerte“ statt.

Live-Musik gibt es in der Aachener Kultkneipe (Baujahr 1658) schon weitaus länger. „Vor zwanzig Jahren hat mein Schwiegervater schon damit angefangen, gemeinsam mit den Nachbarn Konzerte in einem Zelt vor dem Domkeller stattfinden zu lassen“, erzählt Sous.

Was damals unregelmäßig und improvisiert begann, ist heute für die Stammgäste des Domkellers längst zum Ritual geworden. Die Konzert-Anfragen von Bands aller Stilrichtungen und aller Länder nehmen kein Ende. „Im Moment befinden wir uns in der Sommerpause“, sagt Sous. Aber die Planungen für die nächste Saison – die Ende September beginnt – seien bereits fast abgeschlossen. Bei der Auswahl der Bands für die Montagskonzerte achte er immer besonders auf eine gesunde Mischung. „Ob Jazz, Blues, Rock, Pop oder Funk: Bei uns gibt es eigentlich nichts, was es nicht gibt.“

Zudem veranstaltet Sous mit allen „Hofgastronomen“ seit drei Jahren ein „Hofkonzert“, das in diesem Jahr erstmals an zwei Tagen hintereinander stattfand. „Unsere Konzerte finden unter der Woche statt und sind immer kostenlos“, sagt Sous. Dennoch lohne es sich sowohl für die Bands, die sich meist auf Tournee befinden, als auch für den Domkeller, Live-Konzerte zu veranstalten. „Einerseits ist es ein Beitrag, den wir zur Musikkultur in Aachen leisten, aber für uns ist es natürlich auch die beste Werbung.“

Besonders freue er sich über die positiven Rückmeldungen von den Bands, die über die Zeit hinweg teils auch zu guten Freunden geworden seien. „Es gibt einen Künstler, der in Amerika schon sehr bekannt geworden ist. Früher hat er im Domkeller gekellnert, heute spielt er hier, damit seine Eltern, die in Aachen leben, ihn nochmal hören können“, erzählt Sous. Aber nicht nur die Bands sind von den Montagskonzerten begeistert. „Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sich unsere Gäste auf die verschiedenen Musikstile einlassen können“, sagt er. Auch das junge Publikum habe ihn beeindruckt: „Als ein 75-jähriger Bluesmusiker hier aufgetreten ist, haben die Jugendlichen nach dem Konzert all seine Platten haben wollen.“

Die Möglichkeit musikalisches Neuland kennenzulernen ist ein weiterer Grund für Sous, Live-Konzerte zu veranstalten. Da kann es schon einmal schwer fallen, „Nein“ zu vielen ambitionierten, jungen Bands sagen zu müssen. „Deshalb findet das nächste Montagskonzert am 25. September mit den „The Gramotones“ eben auch an einem Mittwoch statt“, sagt Sous schmunzelnd. Auch für die Zukunft wünsche er sich, dass es mehr gemeinsame Projekte wie das Hofkonzert gäbe.

Sie sollten allerdings aus organisatorischen Gründen eher im kleinen Rahmen stattfinden. „Ich würde mir wünschen, dass möglichst viele Gastronomen sich anschließen würden, die Lust haben, mit uns viele kleinere Events zu organisieren.“

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