Aachen - „Dom im Licht“: 3600 Gratis-Bändchen in 16 Minuten weg

„Dom im Licht“: 3600 Gratis-Bändchen in 16 Minuten weg

Von: Robert Esser und Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
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Cornelia Pagano stand bereits um 7 Uhr am Centre Charlemagne, um pünktlich um 10 Uhr von Veranstalter Kurt Savelsberg zwei Zugangsbändchen für „Dom im Lich“ zu bekommen. Nach 16 Minuten warren alle Bändchen vergeben. Foto: Andreas Steindl
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Cornelia Pagano stand bereits um 7 Uhr am Centre Charlemagne, um pünktlich um 10 Uhr von Veranstalter Kurt Savelsberg zwei Zugangsbändchen für „Dom im Lich“ zu bekommen. Nach 16 Minuten warren alle Bändchen vergeben. Foto: Andreas Steindl
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Hier geht‘s rund: Tausende Interessenten haben sich am Samstag in wenigen Minuten ein oder zwei Bändchen für die Einlasskontrolle am kommenden Freitagabend auf dem Katschhof abgeholt – einige „Zuspätgekommene“ reagierten mit Kritik, was den Veranstalter des kostenlosen Spektakels empört. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Exakt 16 Minuten dauerte es, bis das Schild mit der Aufschrift „Wir haben keine Bändchen mehr“ an der Eingangstür des Centre Charlemagne befestigt wurde. 16 Minuten, in denen die dortigen Mitarbeiter am Samstag über 1000 Bändchen für das Event „Dom im Licht“ am 3. November auf dem Katschhof verteilten.

Insgesamt gab es 3600 Bändchen – ausgegeben an drei Stationen in Aachen. Nur wer dieses ums Handgelenk trägt, darf sich die Lichtshow auf dem Dom-Gemäuer zu Live-Kirchenmusik am Freitag (20.30 Uhr, Einlass 19 Uhr) ansehen. Gefährliches Gedränge soll durch eine Begrenzung auf maximal 4000 Zuschauer verhindert werden.

Veranstalter Kurt Savelsberg lobte am Wochenende die vorbildliche Diziplin der Bändchen-Abholer („Das war klasse, wie alle in der Reihe geblieben sind.“), ärgerte sich aber über absurde Gerüchte, die unmittelbar nach der Verteilaktion vor allem in sozialen Medien gestreut wurden. „Es war klar, dass nicht jeder zum Zug kommen konnte, schließlich hatten wir auf Facebook über 16.000 Interessenten, aber nur 4000 Bändchen“, sagte Savelsberg. 3600 wurden frei verteilt, 200 gingen an Sponsoren, die das für Zuschauer kostenlose Spektakel ermöglichen – und 200 gingen an Kinder der Domsingschule, die das Licht-Event auf dem Katschhof bei der Premiere vor zwei Jahren nicht sehen konnten, da sie selbst im Dom Hauptakteure des musikalischen Programms waren.

„Gerechter geht es wirklich nicht. Es ist unfair, zu behaupten, wir hätten die Verteilstellen zu früh geöffnet – oder noch schlimmer – würden den Weiterverkauf von Bändchen via Internet tolerieren“, stellte der Veranstalter fest. Und fügte hinzu: „Bei so großem Interesse hätten wir die Bändchen auch für zehn Euro pro Stück verkaufen können. Aber wir wollen ganz bewusst bei ‚Dom im Licht‘ auf jeden Eintrittspreis verzichten.“

Da die Aktion 2015 so gut ankam, war mit großem Andrang zu rechnen. Damals hatten sich weit mehr als 8000 Menschen ohne jede Einlasskontrolle auf den Katschhof begeben – zu gefährlich. Deshalb bestanden Feuerwehr, Sicherheitskräfte und Stadt dieses Jahr auf die auf 4000 Besucher limitierte Bändchen-Lösung. Dass sich allerdings schon weit eine Stunde vor Öffnung des Museums eine derart lange Schlange auf dem Katschhof bildete, war für die Akteure im Centre dann doch überraschend.

Cornelia Pagano stand sogar schon ab sieben Uhr vor dem Eingang. „Ich habe mir gedacht, dass sich viele Leute Bändchen abholen werden. Die Regelung finde ich gut, denn die Sicherheit hat absolute Priorität“, sagte Pagano etwas durchgefroren. Als um 10 Uhr die Tür geöffnet wurde, setzte sich die Schlange in Bewegung. Pagano nahm mit einem Lachen zwei Bändchen entgegen und stand zwei Minuten später auch schon wieder draußen. „Jetzt brauche ich erstmal einen heißen Kaffee und ein Frühstück“, sagte sie.

Maximal zwei Bändchen standen jedem Besucher zu. Da half auch betteln nichts. „Kann ich nicht doch noch eins haben, bitte. Es ist für meine Schwester, sie würde wirklich gerne mit“, fragte ein Besucher. Aber Regelung ist Regelung. Und während drinnen die Museumsangestellten eifrig Bändchen verteilten, wurde die Schlange draußen nicht kürzer. Im Gegenteil: Sekündlich reihten sich weitere Menschen in die stets ordentlich aufgestellte Schlange ein. Kein Gedränge oder Geschubse, stattdessen punktgenaue Ordnung. Lange warten mussten sie allerdings nicht, denn nach maximal zehn Minuten gelangte man vom Ende der Schlange zur Museumstheke.

„Es geht in den Endspurt, wir haben noch maximal 100 Bändchen“, kam dann die Durchsage. Nele Lendt und Katharina Stein waren die Glücklichen, die die letzten beiden „Eintrittskarten“ erhielten. „Da haben wir Glück gehabt“, so Lendt. Des einen Freud, des anderen Leid. So blickte man in nicht wenige enttäuschte Gesichter. Einige „Zuspätgekommene“ können das Spektakel nicht mitverfolgen. Ähnlich war das Bild am Depot in der Talstraße und im Klenkes-Ticketshop im Kapuziner Karree. Dort waren sogar schon nach acht Minuten alle Bändchen weg.

Savelsberg hofft nun, dass nur Menschen, die das begehrte Bändchen am Handgelenk tragen, zu den Einlasskontrollen kommen. „Nur wenn es in Strömen regnet und auf dem Katschhof weit unter 4000 Menschen stehen, öffnen wir die Schleusen für Besucher ohne Bändchen“, betont Savelsberg. Es gibt zudem Taschenkontrollen, und ein Lkw versperrt zur Sicherheit auf der Ritter-Chorus-Straße den Weg. Der Einlass am Freitagabend dürfte also deutlich länger als 16 Minuten dauern.

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