Aachen - Discounter reißt den Schandfleck jetzt ab

Discounter reißt den Schandfleck jetzt ab

Von: Robert Esser
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Seit Jahren illegale Mülldeponie und Spielplatz für Vandalen: Die alte Molkerei zwischen Gneisenau- und Peliserkerstraße wird jetzt komplett niedergerissen. An dieser Stelle soll der Neubau eines Lebensmitteldiscounters das Viertel aufwerten. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Auf dem Areal, das so groß wie zwei Fußballplätze ist, spielen Vandalen seit Jahren verrückt. Völlig vermüllt, verrottet und zerstört liegen die maroden Gebäude an der Autobahn brach, unmittelbar an der Gneisenau- und Peliserkerstraße.

Jetzt soll anstelle der alten Molkerei - nach langen Verhandlungen zwischen Investor und Stadt - endlich ein moderner Lebensmittelmarkt der Lidl-Kette entstehen. Damit verliert Aachen eine der schändlichsten Brachflächen, und der Stadtteil - an der Schnellstraßennaht zwischen Nord- und Ostviertel - gewinnt einen attraktiven Anziehungspunkt.

Eine andere Schandfläche bleibt hingegen erstmal bestehen. Ursprünglich hatte sich Lidl für das alte Wertz-Gelände am Hohenzollernplatz interessiert, wo auch Wohnungen gebaut werden sollten. Doch diese Pläne wurden letztlich nicht realisiert. „Es gab ein langes Tauziehen bis zur Entscheidung der Standortfrage, die nun endlich beantwortet ist”, bestätigte das Presseamt der Stadt am Mittwoch.

Bis zur Eröffnung des Lebensmitteldiscounters an der Gneisenaustraße, die noch in diesem Jahr über die Bühne gehen soll, ist allerdings ein beschwerlicher Weg zu bewältigen. „Die massive Zerstörung auf dem Gelände, der Müll und das Gerümpel verursachen enorme Mehrkosten”, sagt Lidl-Immobilienleiter André Wollai. Sein Zeitplan ist eng und ambitioniert, denn: „Wir wollen den neuen Lidl-Markt im Oktober öffnen.”

Derzeit wird mit schwerem Gerät aufgeräumt. Mit zwei großen Baggern transportiert ein Abbruchunternehmen seit Mittwoch den Unrat ab. „Unmittelbar danach werden wir die Gebäude abreißen.” Die meisten Scheiben des alten Industriekomplexes liegen bereits in Scherben. Immer wieder hatten Anwohner in den vergangenen Jahren die Polizei alarmiert, weil Jugendliche auf dem leer stehenden Gelände ausgelassene Partys zu nächtlicher Stunde feierten. Nachdem der Molkerei-Betrieb vor vielen Jahren stillgelegt worden war, hatten eine Bekleidungskette und schließlich eine Aachener Vollwertbäckerei die Hallen und Häuser genutzt. Dann verfielen die Gemäuer zusehends.

Im Zuge der Abrissarbeiten soll auch der 40 Meter hohe Schornstein auf dem 11.000 Quadratmeter großen Gelände abgerissen werden. Wie dies geschehen soll, ist aber nach Auskunft der Stadt noch unklar. Sprengungen seien so nahe an der A 544 nicht erlaubt, heißt es. Die Federführung bei der Bebauung hat das Erkelenzer Architekturbüro Grafen.

„Einige Anwohner haben uns bereits gesagt, dass sie sehr dankbar dafür sind, hier demnächst einen Lebensmittelmarkt statt der Brachfläche vorzufinden”, freut sich Lidl-Immobilienleiter Wollai. Direkt neben dem Areal ist das Unternehmen Reifen Casteel beheimatet. „Wir warten schon seit Jahren darauf, dass auf dem schäbigen Nachbargrundstück etwas passiert”, sagt Geschäftsführer Ralph Flach. „Über diese Entwicklung sind wir durchaus glücklich, es wurde wirklich höchste Zeit.”
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