Diploma: Studenten entwerfen die Welt von morgen

Von: Ricarda Timm
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Innovativ: FH-Absolventen des Bereichs Gestaltung haben sich damit beschäftigt, wie die Themen Qualität, Nachhaltigkeit und Kreativität Menschen im 21. Jahrhundert ansprechen können. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Was brauchen Menschen des 21. Jahrhunderts, um möglichst bequem zu leben, möglichst die beste Qualität in allem zu bekommen oder um die vorhandenen Ressourcen möglichst gut nutzen zu können? Und wie können diese Inhalte möglichst ansprechend und selbsterklärend vermittelt werden? Antworten auf diese Fragen haben die Absolventen der Studiengänge Produkt- und Kommunikationsdesgin der FH Aachen gesucht – und gefunden.

„Die Studierenden stellen sich immer den Anspruch, Zusammenhänge in einer Welt zu erkennen, in der die Zusammenhänge immer komplexer werden“, so Helmut Jakobs, Dekan des Fachbereichs. Das Thema Nachhaltigkeit hat bei den Arbeiten der Absolventen beispielsweise einen hohen Stellenwert. So hat Theresa Bois beispielsweise eine Darstellungsweise gefunden, uns zu zeigen, wie viel CO2 wir pro Kilo Erdbeeren verbrauchen – und wie viel mehr es ist, wenn wir beim Importprodukt zugreifen.

Marius Müller reagiert auf demografischen Wandel, verändertes Konsumverhalten und das dadurch entstehende Problem des Leerstands von Ladenlokalen. Sein Konzept „Provisorium“ ist eine Plattform für Künstler, Kreative oder Vereine und Immobilienbesitzer, auf der sich Suchende finden und damit bereits vorhandene Räume genutzt werden. Denn: ein leeres Ladenlokal zieht schnell ein nächstes nach sich, Reiche ziehen weg und Brennpunkte entstehen schneller. Hannah Munschek und Anna Christina Alers haben jeweils ein neues Mehrwegkonzept zum verpackungslosen Einkauf entwickelt. Munschek sogar mit 100 Prozent biologisch abbaubaren Behältern aus Baumsaft, einem Abfallprodukt aus der Papierherstellung.

Doch auch auf veränderte Ansprüche an unseren Alltag gehen die Studierenden mit ihren Ideen ein: Seit der „Third Wave of Coffee Making“, sind Konsumenten nämlich wieder an der Herkunft, dem Geschmack und der Qualität des Kaffees interessiert. Die Antwort darauf: eine möglichst transparent (nicht im Sinne von Durchsichtigkeit) gestaltete Kaffeemaschine von Christoph Gerdesmeyer, die nur auf das Wesentliche, den „normalen“ Filterkaffee beschränkt ist. Dazu natürlich die passenden Milchkännchen für den Barista, der die Henkel sowieso nie benutzt. Mathis Kretschmann, Johanna Matern und andere haben mit einer neuen Produktfamilie für Stühle und einer platzsparenden Garderobe neue Lösungen für neue Wohnsituationen gefunden.

Präsentation macht neugierig

Die Studierenden sind bei ihren Entwürfen vollkommen auf sich allein gestellt. Von der Marktanalyse bis zur Wahl des Materials entscheiden und gestalten sie alles in Eigenregie in universitätseigenen Werkräumen und mit aufwändiger Recherche über den bisherigen Stand der Wissenschaft. Inga Sieberichs und Robert Balke haben sich in Ihrem Gemeinschaftsprojekt der komplexen Frage nach dem Bewusstsein gestellt. Ergebnisse aus Physik, Medizin und Philosophie geben wenig Aufschluss über das Wesen unseres Bewusstseins. Mit einer neuen Art der Darstellung sehen die Besucher die eigenen Gehirnströme in bunten Kreisen und weißen Kringeln vor sich.

Mit ihrer Ausstellung „Diploma“ haben sie gezeigt dass sie bereit sind, der Designwelt neue Anstöße zu geben. Mit ihren Abschlussarbeiten fängt die Arbeit erst richtig an. Wer die Werke sehen möchte, hat nur noch am heutigen Samstag in der Fachhochschule, Boxgraben 100, 11 bis 18 Uhr, die Gelegenheit dazu.

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