Aachen - Dikussion: Pläne für Markthalle erhitzen die Gemüter

Dikussion: Pläne für Markthalle erhitzen die Gemüter

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Luftschloss oder realistischer Vorschlag? Die Frage sorgte für erregte Diskussionen, als Künstler Albert Sous (vorn Mitte) mit Urban Stricker und Christoph Allemand in der Aula Carolina seine Pläne zum Bau einer Markthalle am Büchel vorstellte. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Eine öffentliche Diskussion oder eine Huldigungsveranstaltung? Diese Frage stellte sich am Donnerstagabend in der Aula Carolina. Horst Schnitzler (UWG) hatte eingeladen, über Albert Sous‘ Idee einer Markthalle am Standort des maroden Parkhauses Büchel zu diskutieren. Auf dem Podium saßen neben dem Würselener Künstler auch Urban Stricker, Ingenieur und UWG-Mitglied, sowie Christoph Allemand, Architekt und Sprecher der Bürgerinitiative gegen die Kaiserplatzgalerie.

Gerne erzählte Sous, wie er sich schon oft gegen bürokratische Hürden und politischen Gegenwind durchgesetzt hat. So sei es bei seinem Kuppelbau im heimischen Garten gewesen und auch beim Kugelbrunnen. „Immer wenn mir ein Projekt im Traum erschienen ist, wurde es auch irgendwann umgesetzt.“ Das sei ein gutes Omen für die Markthalle, denn auch die hat sich des Nachts in seinem Kopf festgesetzt.

Sous‘ Lachfalten verschwanden allerdings sofort, als leiseste oder auch lautere Kritik im Plenum formuliert wurde. Die Vermutung, das Viertel könne ohne Parkplätze nicht leben, wurde genauso abgeschmettert wie die vorsichtige Frage, ob das rote Eckhaus an der Nikolausstraße denn nach Sous‘ Meinung abgerissen werden sollte, recht wüst dementiert wurde.

Richtig in Rage kamen Sous und auch Schnitzler allerdings, als Professor Klaus Klever, Vorstandsmitglied der Architekteninitiative „Aachen Fenster“ und Erbauer des neuen Kaiserbades, die Idee der Markthalle und die Umsetzung durch den Künstler mit bemüht gemessenen Worten kritisierte. Nicht so sehr der Inhalt der Kritik war hier entscheidend. Sous und Schnitzler brachte wohl eher Klevers Person auf die Palme. Sous‘ Antwort: „Ihr eigenes Haus zerfällt. Bringen Sie erst mal das in Ordnung.“ Und auch Schnitzler – eigentlich als Moderator fungierend – konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: „Dem ‚Aachen Fenster‘ fehlt der ganzheitliche Blick, wenn man den Umgang mit Kaiserplatzgalerie/Aquis Plaza betrachtet.“

Buhrufe und frühe Abschiede

Sous‘ Unterstützer machten da aus ihrem Unmut auch kein Geheimnis mehr und versuchten Klever mit Buh- und „Und tschüss“-Rufen nach Hause zu schicken. Einzig Stricker bemühte sich, die Anwesenden über die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit einer Markthalle – „die eher einem Messebetrieb gleichen muss“ – sachlich zu informieren. Und auch nur er sah in einer kontroversen Diskussion über Sous‘ Idee etwas Produktives: „Ohne Reibung keine Bewegung.“

Auffällig waren indes drei Dinge: Erstens über den Umstand, dass das Grundstück an einen privaten Investor verkauft ist – und er und nicht ein Bürgerwille damit über die Nutzung entscheidet –, wurde kaum gesprochen. Einzig zum Schluss wurde ein Gespräch mit ihm und Sous angekündigt. Zweitens war, abgesehen von der UWG, niemand aus der Aachener Politik anwesend. Wohl zu Sous‘ Freude. „Ich rede nicht mit der Politik. Ich will die Markthalle mit den Bürgern umsetzen.“

Drittens waren die bis zur Hälfte der Aula Carolina gestellten Stuhlreihen deutlich vor Ende der Veranstaltung halb leer. Was alle Herren auf dem Podium nicht hinderte, weiterhin davon zu sprechen, dass die Markthalle von den Aachener Bürgern gewollt sei und schon allein deswegen umgesetzt werden müsse.

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