Brand - Diese Schulmäuse sind immer gern gesehen

Diese Schulmäuse sind immer gern gesehen

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
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Nachmittagsbetreuung mit vielen Bausteinen: Die Karl-Kuck-Schule ist keine Offene Ganztagsgrundschule. Hier hat der Förderverein vor elf Jahren ein eigenes Konzept ins Leben gerufen. „Spielmäuse” nennt sich dies und gemeinsames Spiel ist überaus wichtig. Foto: Andreas Herrmann

Brand. Die ersten Schulmäuse rannten durch den Keller. Später zogen sie in die drei Pavillons auf dem Hof. Und an der Karl-Kuck-Schule waren sie froh, dass sie da waren. Denn die Schulmäuse der Brander Grundschule sind keine Nagetiere. Es sind die Kinder, die hier seit elf Jahren eine vom Förderverein organisierte Nachmittagsbetreuung erfahren.

Es ist ein bemerkenswertes Modell, ins Leben gerufen, als es in Aachen an allen Ecken einen Hort gab und von Offenen Ganztagsschulen nicht einmal fantasiert wurde.

Dann wurde alles anders, die Horte wurden geschlossen, die Offenen Ganztagsschulen in Aachen flächendeckend eingeführt. Es gibt nur noch eine Handvoll Schulen, die keine OGS haben. Unter ihnen aber Schulen wie die Karl-Kuck-Schule, die Grundschule Brander Feld, die in Kornelimünster und ein paar weitere, die eine alternative Nachmittagsbetreuung in Eigenregie beziehungsweise in Trägerschaft eines Fördervereins auf die Beine stellen.

Rund 200 Kinder besuchen die Grundschule an der Karl-Kuck-Straße. 100 von ihnen nutzen die Nachmittagsbetreuung, sind also Schulmäuse. Für sie hat der Förderverein unter dem Vorsitz von Beate Schönell sieben Erzieherinnen und zwei Küchenkräfte eingestellt. Frauen wie Claudia Sujata, die seit zehn Jahren mit den Schulmäusen arbeitet.

Sujata lacht immer wieder herzlich, wenn sie von den Kindern erzählt. „Das wichtigste ist doch, dass sie sich wohlfühlen”, sagt sie. Und dafür wurde ein ausgesprochen flexibler Rahmen geschaffen. Blieben die Kinder anfangs bis 14, später bis 15 Uhr, können die Eltern sie nun wahlweise bis 13.20, 14.30 oder 16 Uhr in der Schule lassen.

Sie müssen nicht jeden Tag kommen und finden andererseits auch in der ersten Stunde, wenn diese mal ausfällt, eine Betreuung. Das ist anders als in der einer Regel-OGS. „Es ist aufwändig, aber es funktioniert”, sagt Sujata. Auch eine Ferienbetreuung ist Standard.

Angebote gibt es für die Kinder viele: freies Spiel sei wichtig, aber es gebe auch Basteln, Musik, Schwimmen, Sport in der Turnhalle, Tanzen, Natur, und, und, und. In einer Ecke steht eine Tafel. Sehr beliebt ist die. Hier spielen die Schüler besonders gerne - Lehrersein.

Richtige Hausaufgaben können die Schüler freilich auch machen. Wer nur bis 13.20 Uhr bleibt, der bekommt ein kleinen Mittagsmahl mit Obst und Müsli, wer länger bleibt warmes Essen von einem Brander Metzger geliefert. Die Angebote sind durchweg altersgemischt, im Grunde sind die Mäuse eine große Gruppe, die sich immer wieder teilt. „Und wir können von heute auf morgen immer etwas verbessern”, sagt Stefanie Kall-Clemens, zweite Vorsitzende des Fördervereins.

Während auf dem Schulhof Bauarbeiter unterwegs sind, weil die Schule neue Fenster, Dämmung und eine frische, bunte Fassade im Zuge einer energetischen Sanierung erhält, sammeln sich die Spielmäuse in den Pavillons zum gemeinsamen Nachmittag. „Wir schätzen die Kontinuität des Angebotes. Sind sehr dankbar für die Arbeit des Fördervereins. Hier geht kein Kind verloren”, erklärt Schulleiterin Doro Zwingmann.

Die Eltern seien sehr zufrieden, erzählt sie. Deswegen wurde das Modell auch nicht verworfen, als überall Offene Ganztagsschulen eröffnet wurden. Damals gab es sogar eine Elternbefragung mit eindeutigem Ergebnis. Die Brander Eltern wollten und wollen, dass weiterhin Schulmäuse durch die Klassen laufen.
www.kks-brand.de
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