Aachen - Diese Pferde gehen auf ganz besondere Art

Diese Pferde gehen auf ganz besondere Art

Von: Martina Feldhaus
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Elegante Gangart: Die Island-Stute Hrafnetta und ihr gerade erst 14 Tage altes Fohlen zeigten am Dienstag auf dem hölzernen „Fino Strip“ ihr Können. Züchter Oliver Weitz stellt sie vor. Foto: Harald Krömer

Aachen. Islandpferde, die kennt jedes Kind. Mit ihrer etwas gedrungenen Statur, ihren zotteligen Mähnen und ihrem gemütlichen Charakter sind sie als Familienpferde ziemlich beliebt. Für Eleganz und Leistung stehen sie im Allgemeinen eher weniger. Allerdings zu Unrecht.

Denn die Tiere von der Insel weit im Norden Europas sind etwas ganz Besonderes. Zusammen mit südamerikanischen Paso Finos oder amerikanischen Tennessee Walking Horses gehören sie zu den sogenannten Gangpferden. Das bedeutet, dass sie mehr Gangarten haben als nur die herkömmlichen Schritt, Trab und Galopp.

„Eine der Gangarten, die diese Pferde von Geburt an beherrschen, ist der ‚Tölt’. Das ist eine Art Trab, bei dem der Reiter fast keine Erschütterung spürt“, erklärt Martin Spoo, Geschäftsführer des Rheinischen Pferdestammbuchs, als er am Dienstag am Rande des Fahrstadions auf dem CHIO-Gelände in der Soers steht. Beim Anblick einer Isländer-Stute und ihres gerade erst 14 Tage alten Fohlens, die beide wunderbar elegant „tölten“, gerät er ins Schwärmen – und ins Werben.

Und zwar für den diesjährigen Show- und Zuchttag, der im Rahmenprogramm des CHIO am Freitag, 28. Juni, stattfindet. Bereits zum vierten Mal werden während des großen Pferdesportfestes in der Soers Zuchtpferde präsentiert. Diesmal sind eben die Züchter der Gangpferde dran, acht verschiedene Rassen können die CHIO-Besucher an diesem Tag von 11.30 bis 13.30 Uhr bewundern. Im Fahrstadion zeigen die Tiere ihr Können, „Tölt“ und „Pass“, „Rennpass“ und vieles mehr. Auf dem hölzernen „Fino Strip“, einer Art Catwalk für Gangpferde, erklingen ihre Hufe. Wer genau hinhört, kann die unterschiedlichen Schritt-Rhythmen erkennen.

„Wir freuen uns schon wieder sehr auf den Zuchttag“, sagt ALRV-Präsident Carl Meulenbergh. „Es ist wichtig, neben dem Sport auch die Arbeit der Züchter zu zeigen. Ihre Arbeit ist von hoher Qualität.“ Und Turnierdirektor Frank Kemperman ergänzt: „Ohne Zucht gibt es keinen Sport. Deshalb ist dieser Tag so wichtig für uns. Und deshalb wollen wir den Züchtern auch eine ausführliche Präsentation der Gangpferde ermöglichen.“

Neben den braven Isländern, den rassigen Brasilianern und den amerikanischen Western-Pferden werden auch sogenannte Ägidienberger zu sehen sein. Spoo: „Die Tiere sind aus einer Kreuzung von Isländern und peruanischen Pasos entstanden. Und zwar unter dem Züchter Walter Feldmann, der die Isländer in den 60er Jahren ins Rheinland holte.“ Feldmann, so erzählt Spoo auf der saftig-grünen Fahrstadion-Wiese, habe die Eleganz von Gangpferden immer gerne vorgeführt. Etwa mit Hilfe eines Bierglases. „Er ging mit den Pferden im ‚Tölt’ und bewies, dass kein Bier überschwappte.“

Ob das auch zur Show am 28. Juni gehört, da wollen sich Spoo, Meulenbergh und Kemperman noch nicht festlegen. Aber sie versprechen auf jeden Fall Aufregendes. „Es wird spektakuläre Gangbilder geben. Wenn die Pferde im Pass oder Rennpass gehen, ist das richtig spannend“, schwärmt Martin Spoo. „Wenn man einmal eine Weltmeisterschaft der Islandreiter gesehen hat, weiß man, wovon ich spreche. Das ist mitreißender Hochleistungssport auf höchstem Niveau!“

Züchter Oliver Weitz freut sich ebenfalls auf den CHIO-Zuchttag. Auf seinem Sophienhof in Jülich sind die Gangpferde vor allem eines: energiegeladene, freundliche und genügsame Reitpferde für Groß und Klein. Und schön anzusehen sind sie ohnehin. Das bewiesen Stute Hrafnetta und ihr Fohlen Heilladis am Dienstag schon. Eleganz und Leistung, das passt eben auch zu Isländern.

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