Aachen - Die Wirtschaftsförderer zieht es in die Ferne

Die Wirtschaftsförderer zieht es in die Ferne

Von: Joachim Rubner
Letzte Aktualisierung:
ningbobild
Aufstrebende Millionenstadt Ningbo: Dort will Aachen jetzt mit einem eigenen Büro Werbung für die Region machen. Foto: Bernd Mathieu

Aachen. Bald wird Aachen in der chinesischen Partnerschaft Ningbo mit einem eigenen Büro, dem „Aachen China Office”, vertreten sein und neue Wege in Sachen Wirtschaftsförderung gehen. Die Industrie- und Handelskammer, die Sparkasse und die Stadt stellen dazu jeweils 10.000 Euro bereit.

Die Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit) wird sich um Abwicklung des Projekts kümmern. China ist für die Wirtschaftsförderer auch in Zeiten der derzeitigen Finanzkrise ein bedeutender Wachstumsmarkt, und Aachens Partnerstadt ist mit einer Einwohnerzahl von 5,8 Millionen Menschen und einer Fläche von rund 10.000 Quadratkilometern ungefähr mit der Größe des Ruhrgebiets vergleichbar.

Neben einer hoch entwickelten Infrastruktur verfügt Ningbo zudem über einen relativ hohen Anteil privater Industrie.

„Auch ist Ningbo eine der chinesischen Sonderwirtschaftszonen. Ausländer haben dort steuerliche und rechtliche Erleichterungen”, weiß Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden.

Diese Möglichkeiten sollen besser genutzt werden, denn vom Gründungsboom chinesischer Unternehmen in Deutschland haben bisher hauptsächlich Düsseldorf, Köln, Hamburg und Frankfurt profitiert.

Doch China ist ein schwieriger Partner, man muss die dortigen Gepflogenheiten kennen. „Deshalb haben wir die Europe China Solutions GmbH (ECS), eine auf China spezialisierte Marketing-, PR-Agentur und Unternehmensberatung aus Roetgen, beauftragt.

Die ECS soll dort die Infrastruktur schaffen, die chinesische Unternehmen auf der Suche nach einem Standort in Europa auf die Wirtschaftsregion Aachen einstimmt”, sagt Dr. Manfred Sicking, Co-Dezernent für Wirtschaftsförderung.

Da Ningbo nach Schätzungen der dortigen Stadtregierung in den nächsten Jahren auf rund acht Millionen Einwohner wachsen wird, werden die Möglichkeiten zur Akquisition von Unternehmen als sehr gut angesehen, denn bezogen auf den Export von Gütern liegt Ningbo an achter Stelle aller chinesischen Städte.

Zudem verfügt Ningbo über den zweitgrößten chinesischen Hafen. Im Gegenzug hat auch Aachen hat mit seiner RWTH viel für China zu bieten.

Übrigens, hinter den Kulissen wird gerade ein zweites, ähnliches Projekt angedacht: Auch in Neu Delhi in Indien soll ein derartiges Büro entstehen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert