Die Wagenhalle soll zur neuen Anlaufstelle werden

Von: Thorsten Karbach
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Große Pläne für das alte St
Große Pläne für das alte Straßenbahndepot der Aseag an der Talstraße: Bis 2015 soll hier ein neues Stadtteilzentrum entstehen. Foto: Jaspers

Aachen. Es passt. Das ist die beste unter vielen guten Nachrichten, die Dieter Begaß aus der Talstraße berichten kann. Es gab viele Skeptiker, als die städtischen Wirtschaftsförderer um Begaß mit dem Aachener Büro Hausmann Architekten GmbH Akteure und Strategen aus Kultur, Vereinen, Bürgerschaft, Institutionen, Wirtschaft und Wissenschaft zu Workshops gewinnen wollten.

Ziel: über die Zukunft des alten Straßenbahndepots an der Talstraße zu diskutieren. Das war im März. Zwei Monate später lächelt Begaß zufrieden und sagt: „Schon nach den ersten Begegnungen wissen wir, dass es passt. Erste Kooperationen sind schon entstanden.” Gemeint ist ein Projekt der Jugendlichen der Offenen Tür mit der Fachhochschule. Im Zuge des Förderprogramms „Soziale Stadt” soll die alte Wagenhalle zu einer Stätte für Kunst und Kultur, Bildung und Soziales werden. Und mehr noch: „Es soll ein richtiges Stadtteilzentrum werden”, sagt Florence Verspay, Projektverantwortliche bei Hausmann Architekten.

Brauchtum muss weichen

Dafür muss zunächst das Brauchtum weichen. Das Depot, gebaut in den 1920er Jahren, dient seit langem als Garage für Karnevalswagen der Aachener Vereine. In dieser Bestimmung hat es nun ausgedient, in Absprache mit dem Ausschuss Aachener Karneval rollen die Karnevalswagen noch in diesem Jahr in eine leere Lagerhalle an der Liebigstraße. Stattdessen soll es so schnell wie möglich an der Talstraße rund gehen: Am 1. Juni werden sich ab 15 Uhr die Akteure vorstellen, die künftig das Haus prägen werden (siehe Infokasten). Für den Umbau von Halle und Verwaltungshaus (aus den 1950ern) wurde bereits ein europaweiter Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Mitte 2012 soll der Gewinner und damit Gestalter des Depots feststehen. Mit dem fertigen Entwurf auf dem Tisch muss noch einmal formal Fördergeld beantragt werden. Anfang 2013 soll dann umgebaut werden, Ende 2014 alles fertig sein und 2015 das Haus bezogen werden.

Interessenten dafür gibt es viele: „Wir werden eine gute Melange verschiedener Nutzer unterbringen, Kultur- und Kreativwirtschaft etablieren und soziale Strukturen - etwa die OT - erhalten und ausbauen”, sagt Begaß. Synergien zwischen den Protagonisten sind ausdrücklich gewünscht. „Die Menschen im Viertel sollen hier keine Schwellenangst fühlen, das Depot als Anlaufstelle wahrnehmen”, sagt OT-Leiterin Angelika Diehl.

Ein grobes Raumprogramm, so Verspay, gibt es nach Werkstattgesprächen und Workshops bereits, mit dem werden die Architekten im Wettbewerb arbeiten. „Die Wunschliste der Nutzer ist natürlich lang”, sagt Begaß. Eine Bühne samt Technik steht allemal darauf. Ob letztlich alle Wünsche erfüllt, also finanziert werden können, ist laut Begaß aber noch nicht absehbar. Kosten können bisher nicht mehr als geschätzt werden. Von rund 3,7 Millionen Euro war zuletzt ausgegangen worden. So oder so, Leben wollen die Verantwortlichen in die Halle bringen. „Ich habe die Hoffnung, dass für die Menschen im Viertel mit dem Depot etwas bewirkt wird”, sagt Diehl. Das würde allen passen. Ideen werden am 1. Juniden Bürgern vorgestellt

Die Akteure des „depotForum” wollen sich und ihre Ideen vorstellen: Dazu wird am Freitag, 1. Juni, ab 15 Uhr in die Hallen an der Talstraße 2 zu einer Art Sommerfest eingeladen.

Einziehen wollen in das Gebäude künftig: Atelierhaus Aachen, Deutscher Kinderschutzbund, Designmetropole Aachen, Dreieck.triangle.direhoek - Förderverein kulturschaffender Frauen, die Fachbereiche Gestaltung, Maschinenbau und Mechatronik der FH Aachen, Jugendberufshilfe, Kita Spielwiese, Low Tec/Bleiberger Fabrik, OT Talstraße, Stadtteilbibliothek, Puppentheater Jurakowa-Projekt, Tanztheater Petra Lahn, Aachener Theater- und Kulturinitiative und die Kirchengemeinde Christus unser Bruder, die eine Gastronomie einrichten will.
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