Die Suche nach dem Hopfenkick: Neuer Film über Brauer-Erben

Von: Kristina Toussaint
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Deutschland-Premiere und Kinostart: Michael Chauvistré und Miriam Pucitta präsentierten den Streifen "Beer Brothers" im Apollo. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Beide sind Bierbraumeister aus Tradition und Überzeugung – doch der Erfolg der beiden Degraa-Erben Helmut und René Schwichtenberg ist höchst unterschiedlich ausgeprägt. Die Regisseure Miriam Pucitta und Michael Chauvistré zeigen in ihrem Dokumentarfilm „Beer Brothers“ die Suche der Brüder nach Erfolg und Erfüllung im weltweiten und lokalen Bier-Business. Der Film startet diese Woche in den Kinos.

Nach der Braumeisterausbildung in Bayern und dem Karrierestart in China sind die Wege der „Beer Brothers“ auseinander gelaufen: Während René im Auftrag einer bayerischen Brauerei erfolgreich daran arbeitet, in chinesischen Luxushotels deutsches Kulturgut in Form von Weizenbier, Weißwürsten und Brauhausatmosphäre zu etablieren, versucht Bruder Helmut in Aachen fremdes Bier unter dem Namen Degraa an den Mann zu bringen.

Die deutsche Brauhauskultur inklusive Oktoberfest, Blaskapelle und Christkindlmarkt kommt in China gut an - Leberkäs kann man auch mit Stäbchen essen. Mittendrin und in ganz China unterwegs zeigt der Film Braumeister René. Michael hat es jedoch zurück in die Heimat gerieben: Mit den Namensrechten an der Marke Degraa, seinem Braumeisterfreund Otto Schneider und einem neu gegründeten Unternehmen soll in Aachener Kneipen wieder Degraa fließen.

Doch für einen eigenen Brauereibetrieb findet sich kein Investor und das neukreierte Pils einer befreundeten Brauerei findet keinen Platz auf dem Markt – es fehlt der richtige Hopfenkick. Für die Regisseure macht der ungewisse Ausgang einer Geschichte den Reiz des Dokumentarfilms aus: „Man muss Geduld mit den Protagonisten haben und ihnen folgen, ohne zu wissen, wie es weitergeht“, so Pucitta bei der Kinopremiere im Apollo.

Diese Besonderheit des Dokumentarfilms, die die Produktion ökonomisch so schlecht planbar macht, macht das Genre zu einem, dass besonders unterstützt werden sollte, findet Karl Schultheis, Ausschussvorsitzender für Kultur und Medien im Landtag Nordrhein-Westfalen. Der in Zusammenarbeit mit dem ZDF entstandene Film ist gefördert von Bund und Land.

Trotz des über die Jahre der Dreharbeiten aufgebaute Vertrauensverhältnis zwischen Filmemachern und Protagonisten wird im Film vieles ausgespart: Familie und Privates bleibt außen vor. Auch dazu, was eigentlich genau Renés Position in China ist und wie das Geschäft mit den Brauhauskopien funktioniert bleiben ohne Kommentar aus dem Off viele Fragen offen.

Am Ende geht Helmut nach dem gescheiterten Degraa-Experiment zurück nach China - während Bruder René auf Dauer von einer Rückkehr in die Heimat träumt.

Das Apollo zeigt „Beer Brothers“ diese Woche am Freitag und Sonntag jeweils um 18 Uhr, außerdem ist der Film im Rahmen des Dokumentarfilmfestes Stranger than fiction bis Ende Februar unter anderem in Köln und Duisburg zu sehen.

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