Städteregion Aachen - Die Sternwarte freut sich: Kometen über Aachen

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Die Sternwarte freut sich: Kometen über Aachen

Von: Holger Richter
Letzte Aktualisierung:
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In diesem Jahr gibt es in der Aachener Sternwarte noch viel zu sehen. Wenn allerdings am kommenden Freitag der Asteroid „2012 DA14“ an der Erde vorbeirast, bleibt die Kuppel am Hangeweiher geschlossen. Foto: Andreas Herrmann

Städteregion Aachen. Es ist ein physikalisches Phänomen: Ein Auto, das auf der Straße unmittelbar an einem Fußgänger vorbei fährt, ist viel schneller aus dessen Blickfeld verschwunden als ein fliegende Flugzeug, das er weit entfernt am Himmel beobachtet. Und genau dieses Phänomen gilt auch im Weltall.

Das weiß natürlich auch Jürgen Balk, der Leiter der Aachener Sternwarte. Und aus diesem Grund bleibt die Sternwarte am Hangeweiher am kommenden Freitagabend geschlossen, wenn der Asteroid mit dem reichlich technischen Namen „2012 DA14“ an der Erde vorbeirast. „Weil er so nahe an uns vorbei kommt, ist er nur ganz kurze Zeit zu sehen“, berichtet Balk.

Und wenn er „nahe“ sagt, dann meint er das auch. Schließlich bedeuten die 28 000 Kilometer Entfernung zwischen der Erde und dem Asteroiden „nicht mal ein Zehntel der Entfernung zum Mond, der rund 380 000 Kilometer über der Erde schwebt“, unterstreicht Balk die Besonderheit dieses atronomischen Besuchers.

Doch Angst, dass er den Aachenern auf denn Kopf fallen könnte, brauche trotzdem niemand zu haben. „Seine Bahn ist ziemlich genau vermessen“, sagt Balk, da passiere nichts. Und weil seine Bahn so gut vermessen ist, weiß der Sternwartenleiter auch, dass er am Freitagabend „gegen 20.40 Uhr am östlichen Himmel aufgehen wird, um dann in Richtung Polarstern/Großer Wagen zu fliegen“. Aber in nicht mal einer Stunde werde er auch wieder verschwunden sein.

Außerdem sei er so klein, das mit bloßem Auge ohnehin nichts zu erkennen sein wird. „Das ist schon was für sehr Hartgesottene mit entsprechend guter technischer Ausrüstung“, umschreibt er die Hobbyastronomen, die sich am Freitagabend dennoch auf die Lauer legen wollen. Und wer den Asteroiden 2012 DA14, der nur rund 50 Meter im Durchmesser misst, tatsächlich ins Visier bekommt, der werde lediglich einen kleinen Punkt sehen. „Die Faszination an dem Asteroiden liegt nur in seiner Nähe“, sagt Balk.

Anders sieht das bereits in der zweiten Märzhälfte aus. Denn dann zieht der Komet „Panstarrs“ über den Aachener Himmel. Er kann – wenn das Wetter mitspielt – wahrscheinlich auch im Rahmen des Tages der Astronomie am 16. März (siehe Infobox) in der Sternwarte beobachtet werden. Noch mehr interessiert Jürgen Balk aber ein Komet namens „Ison“, der Ende November an der Erde vorbeirauscht – allerdings ebenso wie Panstarrs in weitaus größerer Entfernung als DA14. „Da reden wir über Millionen Kilometer.“

Dennoch: Gerade Ison werde „ganz beeindruckend“, denn erstens wird er gerade vom Aachener Teil der Weltkugel gut zu sehen sein und zweitens fliegt er „weniger als einen Sonnendurchmesser entfernt an der Sonne vorbei“. Falls er das überlebt (Balk: „Das ist die spannende Frage“), bekommt er dabei vermutlich einen imposanten Schweif. „Genau genommen sind es zwei Schweife, einen Staubschweif und einen Gasschweif, die man durchs Teleskop sehen kann“, sagt Balk. Und damit auch Otto Normalaachener in diesen Genuss kommt, plant die Sternwarte Sonderöffnungen.

Bei DA14 am kommenden Freitag reicht es dazu allerdings nicht.

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