Die Städteregion aus der Vogelperspektive

Von: Jutta Geese
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Zwei Fotos, eine Perspektive: Die Luftaufnahmen aus dem Jahr 2007 (dieses Bild) und 2010 (nächstes) zeigen das Tivoli-Gelände in Aachen. Ab April werden neue Luftbilder gemacht.
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Zwei Fotos, eine Perspektive: Die Luftaufnahmen aus dem Jahr 2007 (vorheriges Bild) und 2010 (dieses Bild) zeigen das Tivoli-Gelände in Aachen. Ab April werden neue Luftbilder gemacht.

Aachen. Weiße, 30 mal 30 Zentimeter große Farbmarkierungen auf Straßen, Gehwegen und Plätzen sowie ebenso große und ebenfalls weiße Kunststoffplatten auf Wiesen und dort, wo man mit Farbe nicht weiterkommt, sind die Vorboten: Die Städteregion wird mal wieder aus der Luft kartiert.

Die weißen Flecken, die Mitarbeiter des städteregionalen Katasteramtes derzeit zwischen Baesweiler und Monschau aufpinseln beziehungsweise installieren, sind Vermessungspunkte.

Alle drei Jahre wird jeder Winkel in Nordrhein-Westfalen mit Spezialkameras aus der Luft im Bild festgehalten. Und das schon seit Jahrzehnten. „Das sind schöne historische Quellen“, sagt Irene Littek-Braun, Leiterin des städteregionalen Kataster- und Vermessungsamtes. „Die Bilder werden alle im Landesluftbildarchiv der Bezirksregierung aufgehoben.“

Früher habe es nur Schwarzweiß-Fotos gegeben, seit den 1980er Jahren dann Farbfotos. Und da die Bilder stets aus derselben Perspektive wie in den Jahren zuvor aufgenommen werden – weshalb die Messpunkte im Vorfeld exakt gesetzt sein müssen – , kann man an ihnen sehr schön verfolgen, wie sich eine Stadt, ein Stadtteil oder auch nur das Umfeld eines Straßenabschnittes im Laufe der Jahre verändern.

Sonnig und wolkenlos

Bis zum 1. März müssen die städteregionalen Vermesser mit ihrer Arbeit fertig sein. Wie viele Messpunkte sie dann gesetzt haben werden, weiß Littek-Braun nicht genau. Es werden eine ganze Menge sein. Und nicht alle liegen auf dem Gebiet der Städteregion. Manche liegen im deutsch-belgischen und deutsch-niederländischen Grenzgebiet und die Städteregion muss sich von den zuständigen Behörden der Nachbarländer Genehmigungen einholen. Gleiches gilt für Naturschutzgebiete, die eigentlich nicht betreten werden dürfen, in denen aber – in Absprache mit der Bezirksregierung – Messpunkte markiert werden müssen.

Sind die Vorarbeiten abgeschlossen, starten die sogenannten Bildflüge. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. „Es sollte möglichst sonnig und wolkenlos sein“, sagt Littek-Braun. Bis Mitte April, bevor es überall grünt und blüht, müssen alle Aufnahmen im Kasten sein. Denn: „Wenn das Laub an den Bäumen ist, sieht man auf den Bildern unter Umständen nicht mehr alles, was für uns wichtig ist“, erklärt die Amtsleiterin. Fahrbahnmarkierungen beispielsweise. Rund 25.000 Euro lässt sich die Städteregion die hochaufgelösten Aufnahmen aus der Vogelperspektive kosten, deren Erstellung in Kooperation mit dem Land erfolgt.

Eine geringere Qualität wäre preiswerter gewesen, doch dann wären die Aufnahmen nicht so detailliert, erklärt Littek-Braun und fügt an: „Die Luftbilder ersparen uns eine ganze Menge Vermessungsarbeit vor Ort. Von daher rechnet sich das recht schnell.“ Anhand der Aufnahmen könne man nämlich sehen, wo etwa ein neuer Kreisverkehr gebaut oder wo etwas abgerissen wurde. Vieles könne dann „am grünen Tisch“ in Kartenwerke eingearbeitet werden.

Die neuen Luftbilder werden voraussichtlich Ende des Jahres auf der Homepage der Städteregion im Geografischen Informationssystem (GIS) zu finden sein. Sie dokumentieren bauliche und natürliche Veränderungen der Landschaft. Aber auch für archäologische Untersuchungen können sie nützlich sein. Und sie geben Aufschluss darüber, ob etwa auf einem Grundstück mit industriellen Altlasten zu rechnen ist.

Und nicht zuletzt profitieren Einwohner der Städteregion, die ein besonderes Geschenk suchen, von den Aufnahmen. Denn sie können Luftbilder farbig ausgedruckt oder in digitaler Form beim Kataster- und Vermessungsamt oder online bestellen. Verfügbar sind Luftbilder der Städteregion aus den Jahren 1999, 2004, 2007 und 2010.

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