Aachen - Die Stadt ist auch ohne die Tour-Stars im Radfieber

Die Stadt ist auch ohne die Tour-Stars im Radfieber

Von: Katharina Redanz
Letzte Aktualisierung:
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Es ging rund in Aachen: beim Demo-Aufruf „Grabenring fahrradfreundlich“ des ADFC, der von der Dom-Information aus startete. Foto: Andreas Schmitter
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Es ging rund in Aachen: auf dem roten Teppich, den „Ride of Silence“ auf dem Templergraben ausgelegt hatte. Foto: Andreas Schmitter
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Aufstellen zum Start: Jens Ulrich Meyer, Vorstand des Hauptsponsors Aachener Bank, gibt die letzte Motivation. Foto: Andreas Schmitter
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Respekt: Beim Schulrennen konnte mancher Nachwuchsfahrer sein Talent auf dem Kopfsteinpflaster beweisen. Foto: Andreas Schmitter
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Es ging rund in Aachen: mit spektakulären Aktionen und vielen Informationen beim Aachener Fahrradtag. Foto: Andreas Schmitter
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Es ging rund in Aachen: mit spektakulären Aktionen und vielen Informationen beim Aachener Fahrradtag. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Infos ohne Ende, politische Aufrufe, Willensbekundungen und ein symbolischer roter Teppich – wohl selten stand ein Samstag in Aachen so im Zeichen des Fahrrades. Nicht nur wegen der der Tour-Etappe am Sonntag.

Längst etabliert ist dabei der Aachener Fahrradtag unter dem Motto „FahrRad in Aachen“. Auf dem Katschhof wurde über fünf Stunden ein umfassendes Paket kredenzt, das auch ein verkehrspolitisches Ziel verfolgt: „Die Aachener und Aachenerinnen sollen das Fahrrad nicht in der Freizeit, sondern auch im Alltag nutzen“, so Dr. Stephanie Küpper von der Stadt zum Anspruch. An zahlreichen Ständen und Aktionsflächen wurde Wissenswertes, Interessantes und Innovatives rund ums Fahrrad präsentiert.

Spannend war hier nicht zuletzt auch ein Pilotversuch zwischen Grabenring und SuperC am Templergraben, wo für alle Fahrzeuge durchgängig Tempo 30 galt. Der Grabenring soll zwischen Hartmann- und Schinkelstraße nämlich zu einem Herzstück des geplanten Radvorrangrouten-Netzes werden.

Da passte es natürlich hervorragend ins Konzept, dass die Aktion „Ride of Silence“, die sich auch für die Sicherheit auf dem Rad engagiert, den Radlern auf dem Templergraben einen roten Teppich ausrollte. Nicht um der Ehre, sondern der Sicherheit willen. „Dieser Teppich orientiert sich an den aktuellen deutschen Empfehlungen für baulich getrennte Radwege“, hatte Hauptorganisator Jan van den Hurk bereits im Vorfeld erklärt.

Unterdessen hatte auch der ADFC im Rahmen des Tages zur Demonstration „Grabenring fahrradfreundlich – jetzt!“ aufgerufen. Von der Ritter-Chorus-Straße aus ging es im mobilen Zug über den Grabenring mit Kapuzinergraben und Friedrich-Wilhelm-Platz rund um die Altstadt, schließlich über den Alexianer- und Löhergraben und die Jakobstraße zurück zum Startpunkt. Radfahrer sind bekanntlich nicht aus Zucker, und so durfte es nicht überraschen, dass das ganz und gar nicht fahrradfreundliche Wetter viele Freunde des umweltfreundlichen Fortbewegungsmittels nicht von einer aktiven Teilnahme abhalten konnte.

Am Abend dann – wenn man so will – die sportliche Krönung dieses außergewöhnlichen Radtages an einem außergewöhnlichen Radwochenende: Den ganzen Tag Nieselregen und Kopfsteinpflaster – keine allzu gute Kombination für Rennradfahrer. Rund 20 von ursprünglich über 40 gemeldeten Radsportlern ließen es sich dennoch nicht nehmen und gingen beim diesjährigen Hauptrennen des Radklassikers „Rund um Dom und Rathaus“ am Samstagabend an den Start.

„Bleibt alle auf dem Rad, kommt gut ’rum und gut ins Ziel“, gab Guido Diefenthal, Präsident des ausrichtenden Aachener Radsportvereins RC Zugvogel 09, den Sportlern noch mit auf die insgesamt 60 Runden. „Die Strecke ist sowieso schon sehr anspruchsvoll, und der Regen verschlimmert das noch“, so Diefenthal. „Ich wünsche mir nur, dass es heute wenig Stürze gibt“, sagte er.

Dabei sollte die 42. Auflage des von der Aachener Bank unterstützten Klassikers etwas ganz Besonderes werden: In Verbindung mit der Tour de France, die einen Tag später ebenfalls über das Kopfsteinpflaster in der Innenstadt rollte, war ein richtiges Volksfest geplant. „Wir haben die große Videoleinwand, mobile Toiletten und ein tolles Rahmenprogramm“, erzählte Diefenthal. So durften in diesem Jahr nicht nur Profis in den Sattel steigen: Ein Jedermann-Rennen, ein Slalom-Parcours zwischen Büchel und Markt und ein Schul-Rennen luden passionierte Hobby-Radfahrer ein, sich zu beweisen.

Ein richtiges Volksfest wurde es wegen des Wetters nicht, trotzdem konnten die Radfahrer auf Unterstützung vom Streckenrand zählen. Die Musiker der Piccolo-Band bauten sich vorsichtshalber unter einer Restaurantmarkise auf, Radsportfans standen mit Regenschirmen an den Absperrungen: „Wir haben uns fest vorgenommen hierher zu kommen, und dann stört uns auch der Regen nicht“, erzählte Martina Simons aus Würselen, während sie dabei kräftig in die Hände klatschte und die Radfahrer in der Steigung zum Markt anfeuerte: „Wenn die Jungs bei so einem Wetter auf das Rad steigen, dann muss man dafür auch mal klatschen.“

Diese Einstellung freute Guido Diefenthal, der mit dem Radklassiker den Radsport in der Region weiter etablieren möchte. Im nächsten Jahr wird er sicherlich zum 43. Mal stattfinden, wenn auch ohne die Verbindung mit der Tour de France: „Die Tour de France fährt hier in einer Minute durch. Wir müssen nachhaltiger arbeiten, damit Radsport noch mehr in Aachen ankommt“.

Ankommen im Ziel auf dem Markt mussten aber zunächst erstmal die Radfahrer des diesjährigen Hauptrennens, das wie erwartet mehr als anspruchsvoll wurde. Bereits nach einer halben Stunde von geplanten anderthalb Stunden Fahrtzeit waren sieben Fahrer ausgeschieden, ein paar Minuten später wurde das Rennen aufgrund der schlechten Bedingungen um zehn Runden verkürzt. Alle Starter hoffen nun auf eine Kombination von Sonnenschein und Kopfsteinpflaster im nächsten Jahr. Seite 20 im Lokalsport

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