Aachen - Die Spuren des Menschen: Joanna Vortmanns Fotografien im Kulturwerk

Die Spuren des Menschen: Joanna Vortmanns Fotografien im Kulturwerk

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
13494236.jpg
Erzählt mit ihren Fotos Geschichten von Menschen, auch wenn diese nicht immer direkt auf den Bildern zu sehen sind: Joanna Vortmann stellt ihre Werke im Kulturwerk aus. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Der Mensch steht klar im Fokus, auch wenn man ihn selbst in manch einem Bild gar nicht sieht. Zumindest ist keine konkrete Person zu erkennen. Aber für die Fotografin Joanna Vortmann geht es in ihren Fotografien vor allem um Transzendenz und Transformation.

Und so erzählen ihre Fotos, die sie unter dem Titel „Fotografien“ aktuell im Kulturwerk in den Aachen Arkaden präsentiert, dem Betrachter eine Geschichte. Eine Geschichte vom Leben in all seinen verschiedenartigen Momenten.

„Wenn man die Bilder des klassischen Stilllebens betrachtet, dann erkennt man dennoch, wo der Mensch Spuren hinterlassen hat. Die Küchenfliesen oder der Couchsessel geben Aufschluss über handwerkliche Arbeit von Menschen“, erzählt Joanna Vortmann. Neben einer Hommage an die großen Fotografen August Sander und Richard Avedon stellt die Künstlerin den Aspekt der Identität in den Vordergrund.

„Die Fotos der Reihe „Identität“ wurden alle in Köln gemacht und ich habe die hier abgebildeten Menschen gebeten, fünf Gegenstände mitzubringen, die sie mit Heimat und Identität verbinden. Sie sollten die Augen schließen und an die Bedeutung von Heimat denken. In dem Moment, wo sie ihre Augen wieder geöffnet haben, habe ich den Auslöser gedrückt“, erzählt Vortmann.

Die gezeigten Personen haben dabei allesamt ihr Herkunftsland und damit ihre Heimat verlassen, was es für die Fotografin, die in Essen Medien und Fotografie studiert hat, besonders interessant gemacht hat. Ebenfalls mit großer Begeisterung widmet sich Vortmann der Natur und der Frage nach Vergänglichkeit. Während sie die meisten ihrer Bilder nicht weiter bearbeitet hat, sind die Fotos der Serie „Utopia“ Fotomontagen, die den Betrachter mit an einen mystischen, nicht existierenden Ort nehmen.

Mitten im Wald ist eine Frau zu erkennen, die umgeben ist von Lautsprechern und Kameras, die an Bäumen angebracht wurden. „Der Wald ist kein Zufluchtsort mehr, überall findet Überwachung statt“, betont Vortmann, die 2014 mit ihren Arbeiten den Essener Förderpreis gewann. Von ihr geschriebene Gedichte sowie kurze Texte leiten den Betrachter durch die Ausstellung und geben zudem Einblicke in die Gedankenwelt der Künstlerin.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert