Aachen - „Die Sitzende“: Spendengelder für Ankauf sind da

„Die Sitzende“: Spendengelder für Ankauf sind da

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Künstlerin Heide Dobberkau und die „Zwillingsschwester“ der „Sitzenden“: Die Plastik, die bisher im Garten der Künstlerin steht, zieht bald in den Burtscheider Kurpark. Foto: Burtscheider Heimatfreunde

Aachen. Das nennt man dann wohl einen durchschlagenden Erfolg für Burtscheid: Die Spendenaktion zur Beschaffung einer Zwillingsfigur der „Sitzenden“ als Ersatz für die im Dezember gestohlene Bronzeplastik hat erstaunliche Resonanz gefunden.

Kurz vor Weihnachten hatten die „Burtscheider Heimatfreunde“ gemeinsam mit Oberbürgermeister Marcel Philipp dazu aufgerufen.

Uwe Reuters, Initiator der rund 300-köpfigen Facebook-Gruppe, die sich mit Burtscheider Heimatthemen befasst, konnte am Freitag melden: „Das Geld ist da, wir können die gestohlene Plastik ersetzen. Die Leute haben gespendet, wir sind überwältigt von dieser Resonanz!“ Und Oberbürgermeister Marcel Philipp stimmt begeistert ein: „Ich wusste, dass wir bei den Bürgerinnen und Bürgern bei diesem Thema ein großes Echo erfahren werden. Ich bin froh, dass wir bald wieder eine Sitzende in Burtscheid sehen können.“

Die Geschichte der „Sitzenden“ ist in der Tat bewegend. Die heute in Bergisch Gladbach lebende Künstlerin Heide Dobberkau hatte Ende der 1950er Jahre die Plastik entworfen und aus Freude an dieser Figur sie nach dem ersten Guss 1959 drei Jahre später aus der gleichen Form ein zweites Mal gießen lassen. Quasi ein zeitversetztes Zwillingspaar, das aber sehr unterschiedliche Wege ging.

So wurde die eine Plastik – finanziert von der Aachener Bank - nach Burtscheid verkauft, dort im Kurpark an der Dammstraße 1962 aufgestellt, wo sie einen festen Platz im Herzen des Ortes und der Bürger eroberte. Die andere Plastik wurde nach diversen Stationen von der Künstlerin zurückgekauft und steht bis zum heutigen Tag in ihrem Garten.

Als nun die traurige Gewissheit eintrat, dass die Burtscheider „Sitzende“ Metalldieben zum Opfer gefallen war und die Polizei trotz intensiver Fahndung die Täter nicht finden konnte, haben sich die Burtscheider Heimatfreunde auf die Spur begeben, auch auf die Spur der Künstlerin. Uwe Reuters hat gemeinsam mit der Heimatfreundin Leonie Stettner Heide Dobberkau in Bergisch Gladbach besucht.

„Die Künstlerin hat uns zugesagt, uns diese Zwillingsplastik aus ihrem Garten zu verkaufen, weil sie die öffentlich Sitzende selbst so gerne in Burtscheid gesehen und oft besucht hat“, so Leonie Stettner. Als Preis ruft Heide Dobberkau die Summe auf, die sie selbst vor Jahren für die Plastik bezahlt hat, eine höhere vierstellige Eurozahl.

Nun wird aus dem Plan Wirklichkeit. Größere und kleinere Spenden sind zusammengekommen, die Verwaltung hat die „Gesellschaft Burtscheid“ übernommen. Die Heimatfreunde selbst haben etliche Klinken in Burtscheid geputzt, auch durch den Vertrieb der hörenswerten CD des Heimatfreunde-Chors „BuHei-Singers“ wurde Geld eingenommen. Und sie haben für ihre Aktion reichlich Lob geerntet – nicht nur auf Facebook.

Am Ende fehlte noch ein Teil der Summe, und diesen Rest übernimmt nun die Aachener Bank. „Wir haben diese Verpflichtung, die sich ja daraus ergibt, dass wir die ursprüngliche Sitzende finanziert haben, mit Freude übernommen“, sagt Jens Ulrich Meyer, Vorstandsmitglied der Aachener Bank.

Somit steht dem Moment, in dem die Zwillingsschwester der „Sitzenden“ in Burtscheid enthüllt werden kann, nichts mehr im Wege. Die Stadt Aachen wird für die Befestigung und Aufstellung der Plastik sorgen, der Transport wird von einer großzügigen Firma gesponsert. Uwe Reuters und seine Heimatfreunde sagen bis hierhin Danke. Und freuen sich mit dem Oberbürgermeister und allen Spendern und Aktiven auf ein kleines Fest nach Karneval im Burtscheider Kurpark.

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