Eilendorf - Die richtigen Fragen zum Nationalsozialismus gestellt

Die richtigen Fragen zum Nationalsozialismus gestellt

Von: Günther Sander
Letzte Aktualisierung:
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Neues Nachschlagewerk des Heimatvereins Eilendorf: Der Vorsitzende Helmuth Kind (v.l.), die Autoren Hubert Beckers, Pastor Peter Harperscheidt, Franz Fey, Rolf Strauß, Ernst Johnen und der stellvertretende Bezirksbürgermeister Rolf Schäfer stellen die Heimatblätter vor. Es fehlen Marianne Schneiders und Hanna Wosnitza.

Eilendorf. Die Eilendorfer Heimatblätter 2011/12 sind erschienen: Ein neues Nachschlagewerk mit 300 starken Seiten über Eilendorf und einer DVD zur Mundartmesse beim Bürgerfest 2011.

Berichtet wird über 150 Jahre Kirchenchor St. Severin, von Anekdoten um Pfarrer Hansmann mit Text und Melodie seines Heimatliedes „Töche Stolberg ond Stadt Oche“. Es folgt eine Datensammlung des Ehrenvorsitzenden Hubert Beckers von 1918 bis 1933. Hochinteressant der Beitrag „Nationalsozialismus in Eilendorf“, verfasst von der jüngsten Autorin, der 21-jährigen Hanna Wosnitza, als Facharbeit Grundkurs Geschichte am Gymnasium St. Leonhard in Aachen.

Geschenk für Heimatfreunde

Die Jahresberichte 2011 und 2012 hat Rolf Strauß zu Papier gebracht, ebenso die Jahresfahrt in die Normandie und Bretagne 2012. Ein starkes Werk, das für 19 Euro zu haben ist und ein passendes Weihnachtsgeschenk für Heimatfreunde darstellt.

Helmuth Kind, Vorsitzender des Heimatvereins, hieß bei der Vorstellung in der „Heimatstube“ zahlreiche Interessenten willkommen, die Neues über den 29. und 30. Band der „Eilendorfer Heimatblätter“ erfahren wollten. Kind betonte dabei, dass langjährige Autoren in die Jahren gekommen, neue leider noch nicht in Sicht seien.

Es gelte, all jenen einen Platz einzuräumen, die Heimat erforschen, „und das beginnt eben da, wo Spurensuche mühsam wird und aufwändige Recherchen in Archiven fordert.“ Kind erklärte, die Geschichte Eilendorfs habe sich nie isoliert vollzogen, sondern immer vernetzt mit den Nachbarn, „und das in einem weiten Kreis“. Wichtig sei es, die Archive zu erschließen und damit besser nutzbar zu machen. Im kommenden Jahr feiert der Heimatverein sein 30-jähriges Bestehen.

Einen außerordentlichen Beitrag habe Hanna Wosnitza geliefert, hob Kind hervor. Sie habe in ihrer Geschichte über den Nationalsozialismus in Eilendorf etliche wichtige Fragen gestellt. Etwa diese: Wie kann es sein, dass bei den Reichstagswahlen am 5. März 1933 von 12 000 Einwohnern und 5954 Wählern in Eilendorf nur 1271 Stimmen an die NSDAP gingen? Und wie kann es sein, dass die Partei dann ihre Wahlergebnisse innerhalb von nur acht Monaten auf 6727 Stimmen mehr als verfünffachen konnte?

Gespräche mit Zeitzeugen

Durch Gespräche mit Zeitzeugen verstehe sie nun vieles besser. Wichtig sei es, so Kind, die Geschichte begreifbar zu machen. Er sprach von „Kleinen Botschaften“ für unsere Kinder. „Wir müssen uns stets neu besinnen und es weiter sagen: Begonnen hat alles nicht mit dem Krieg, sondern schon vor 1933 mit nationalistischen und rassistischen Parolen.

Die Eilendorfer Heimatblätter 2011/2012 sind ab Dienstag, 11. Dezember, in den Filialen von Sparkasse und VR-Bank sowie in der Druckerei Hahnengress erhältlich.

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