Die Regisseurin wird zum Männerversteher

Von: Hanna Sturm
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Premiere ist am 30. Oktober im
Premiere ist am 30. Oktober im Grenzlandtheater: Mit „Alle sieben Wellen” mit Solveig August und Timo Hübsch findet Daniel Glattauers Erfolgsgeschichte auch auf der Bühne eine Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Das kann doch wohl nicht alles gewesen sein! Das hat sich wohl so mancher Grenzlandtheaterbesucher in der vergangenen Spielzeit gedacht, als die Liebesgeschichte von Emmi Rothner und Leo Leike in „Gut gegen Nordwind” traurig und unerfüllt zu Ende ging.

Nun die gute Nachricht: Die beiden mailen wieder. Die schlechte: Ob sie ihre Beziehung auch in der realen Welt auf die Reihe bekommen, bleibt erstmal fraglich.

Nach dem großen Erfolg des ersten Teils feiert nun die Fortsetzung des erfolgreichen Romans von Daniel Glattauer im Grenzlandtheater Premiere. In „Alle sieben Wellen” spielen natürlich wieder Solveig August und Timo Hübsch die Rollen von Emmi und Leo. Beide haben sich noch nie gesehen, aber per Email rettungslos ineinander verliebt. Nach neun Monaten Schreibpause kehrt Leo nun aus Boston und auch in Emmis virtuelle Welt zurück, obwohl sie immer noch verheiratet ist. Auch Leo hat inzwischen eine Freundin, die ihm aus Boston hinterherziehen will und Pamela heißt, „aber ganz anders aussieht”. Trotzdem verstricken sich die beiden schnell wieder in ihr Netz aus tiefen Gefühlen, Sehnsüchten und Illusionen. Ein erstes Treffen in der realen Welt bringt jedoch Ernüchterung.

„Dieses Treffen ist natürlich zum Scheitern verurteilt, weil die Erwartungen so hoch sind”, sagt Schauspieler Timo Hübsch. Doch diese negative Erfahrung bringe zwei so hartnäckige Menschen wie Emmi und Leo nicht von ihrem Weg ab. Weil auch die Bühnenfassung hauptsächlich aus einander geschriebenen und vorgelesenen Emails besteht, kann Hübsch mit seiner Partnerin Solveig August selten Auge in Auge spielen. „Das ist spannend und auch erschreckend, weil man sich ohne Blickkontakt nur auf das Gehörte verlassen kann”, so der Schauspieler.

Auch die Regisseure standen bei der Erarbeitung des Stückes vor besonderen Herausforderungen. Um sowohl den weiblichen als auch den männlichen Blickwinkel der der beiden Protagonisten nachvollziehen zu können, hat sich Intendant Uwe Brandt die Regiearbeit mit Anja Junski geteilt. „Man erfährt so viel darüber, wie das andere Geschlecht so tickt”, sagt Junski. Gerade aus diesem Grund sei „Alle sieben Wellen” nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer interessant. Auch wer den ersten Teil nicht gesehen hat, kann sich schnell in die Geschichte einfinden. „Das Stück ist nicht seicht, sondern sprachlich auf hohem Niveau und voller intelligenter Wortspiele”, betont Brandt. Und wer lasse sich nicht gerne eine wunderschöne Liebesgeschichte erzählen? Die Premiere am Sonntag ist ausverkauft, aber für die anderen Vorstellungen sind noch Karten erhältlich.
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