Die „Pulvergruppe“ feiert 50-Jähriges mit Feuerwerk

Von: David Grzeschik
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Aachen. Festreden, Musik und Tanz und sogar ein Feuerwerk: Volker Scherff und sein Team hatten an alles gedacht, was eine gute Festveranstaltung ausmacht.

Und so wunderte es auch nicht, dass am Wochenende rund 100 Mitglieder vom „Bund Deutscher Feuerwerker und Wehrtechniker“ (BDFWT) ausgelassen das 50-jährige Bestehen der Ortsgruppe Aachen feierten.

„Heute sind wir fast 170 Mitglieder, eine stolze Zahl. Ich stellte fest, diese Ortsgruppe lebt“, sagte Volker Scherff in seine Rede anlässlich des goldenen Jubiläums. Scherff ist Vorsitzender der Ortsgruppe Aachen und zugleich Bundesgeschäftsführer.

Der Berufsverband selbst, der sich in 30 Ortsgruppen gliedert, besteht seit nunmehr 52 Jahren - doch die Anfänge reichen noch viel weiter zurück. Die Ortsgruppe Aachen etwa, damals noch „Pulvergruppe“ genannt, sei erstmalig im Jahr 1896 erwähnt worden. In seiner heutigen Form gegründet wurde der BDFWT dagegen am 24. Februar 1967 von Bundeswehrsoldaten.

„In den früheren Jahren verfolgten wir das Ziel, die Tradition des Feuerwerker-Wesens zu erhalten und die Kameradschaft zu pflegen“ erklärte Scherff. Das habe sich im Laufe der Jahrzehnte nicht geändert und sei bis heute gleich geblieben. Heute besteht die Ortsgruppe aus Feuerwerkern, Kampfmittelabwehr-Soldaten der Bundeswehr, Kampfmittelräumern ziviler Firmen und des Landes sowie Entschärfern des LKA und BKA.

Scherff bedankte sich infolgedessen auch bei allen Ehrenamtlichen der Ortsgruppe. Er selbst ist pensionierter Soldat und seit 22 Jahren in der Funktion des Vorsitzenden tätig. Die Aktivitäten der Ortsgruppe sind vielfältig. Im Laufe der Jahre fanden fachbezogene Informationsveranstaltungen sowie kriegsgeschichtliche Exkursionen statt. Aber auch das bloße gemütliche Beisammensein gehört nach Ansicht Scherffs dazu. „Dabei ist uns auch wichtig, dass wir die Familien unserer Mitglieder mit einbeziehen“, fügte der ehemalige Soldat an. Schließlich besteht sein Verein zu einem stark überwiegenden Teil aus Männern.

Warum dem so ist? Früher seien Feuerwerker allesamt Soldaten gewesen. Die Ausübung des Soldatenberufs für Frauen war damals wiederum unvorstellbar. Inzwischen habe sich das zumindest ein wenig gewandelt und man wisse auf einen kleinen Frauenanteil zu verweisen. So oder so – in ihrem Berufsalltag leisten die Mitglieder des BDFWT noch immer einen wichtigen Dienst. „Im Durchschnitt entschärfen wir in NRW eine Bombe pro Tag“, gab Scherff zu bedenken.

Was sich Scherff für die nächsten zehn Jahre wünscht? Der Ex-Soldat denkt eine Sekunde nach. „Dass die Kampfmittelräumer zukünftig besser bezahlt werden – das wäre schon wünschenswert“, sagt Scherff. Dafür wolle er sich in seiner leitenden Funktion einsetzten, bevor er nächstes Jahr das Zepter abgeben wird. Der Ortsgruppe wünscht er weitere 50 Jahre – „gerne aber auch mehr.“

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