Die Piraten wollen den Tivoli für E-Sport öffnen

Von: Peter Schopp
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Wird der Tivoli für E-Sports geöffnet? Ein Antrag der Ratsfraktion soll den Stein ins Rollen bringen. Foto: dpa

Aachen. Der Ratsantrag der Piratenfraktion kommt ganz unspektakulär daher. „Der Rat beauftragt die Verwaltung, zu prüfen, in welchen kulturellen und sportlichen Bereichen eine Förderung des E-Sports in Aachen möglich ist“. Doch das Thema steht stellvertretend für eine Zeitenwende.

Denn unter Sport verstehen die meisten immer noch Schweiß, Zweikämpfe, Sportplätze und Ähnliches. Das Thema E-Sport (elektronischer Sport) ist in diesem Zusammenhang bei den meisten noch nicht präsent. Dabei gibt es mittlerweile große Veranstaltungen, in deren Verlauf sich sogar Profispieler um die immens hohen Preisgelder bemühen.

Deutschland ist auf diesem Sektor Entwicklungsland, in Aachen gibt es gerade einmal eine Mannschaft, die an Wettbewerben teilnimmt und natürlich an der RWTH angesiedelt ist. Dabei geht es nicht um die berühmt-berüchtigten „Daddelspiele“, bei denen möglichst viele Gegner eliminiert werden müssen. Es sind vielmehr Strategie- oder Geschicklichkeitsspiele, die auf großen Events zur Aufführung kommen. „Momentan ist das Fifa-Spiel wieder sehr angesagt, also quasi der moderne Kicker“, erklären Michael Sahm, Marc Teuku und Rahn Ehanantharajah von den Piraten. Für sie ist das spielerische Element nur Einstiegshilfe in viel weiterführende Gedankengänge.

„Dieser Markt bietet unglaubliche Möglichkeiten, E-Sport wurde sogar schon vom Asiatischen Olympischen Komitee als Disziplin anerkannt, es gibt World Games mit einem unvorstellbaren Rahmenprogramm. Dieser Trend ist nicht aufzuhalten“, plädiert Sahm für offene Köpfe bei den Menschen und offene Türen in Politik und Verwaltung. Außerdem sieht er E-Sport als Einstieg in die berufliche Orientierungsphase, neben der IT-Schiene offenbaren sich Möglichkeiten für Eventmanager und Moderatorenteams, die Strategieerklärungen während der Spiele nachvollziehen. Wirtschaft und Tourismus sowie Medienerziehung sind noch andere Bereiche, die von der E-Sportwelle profitieren können.

„Wir müssen uns diesen neuen Gegebenheiten öffnen, um nicht von anderen überholt zu werden“, so Sahm. Im Wissenschaftsjahr sieht er eine gute Gelegenheit, moderne Themen wie den E-Sport vorzustellen. Als Veranstaltungsort schwebt den Piraten unter anderem auch der Tivoli vor. Die Gegebenheiten sind gut, das Bauwerk nicht wirklich ausgelastet. Außerdem könnte hier ein Stadion als Lernort genutzt werden, Lehrer und Schüler vor Ort aktiv werden. Dazu bedarf es E-Sportmannschaften, die Vereine müssten sich in diese Richtung öffnen.

Der 54-malige schottische Meister Glasgow Rangers geht da voran, hat eine eigene E-Sportabteilung und nutzt die Vereinsstrukturen zum Aufbau der notwendigen Infrastruktur. Dasselbe könne man auch an der Krefelder Straße anbieten, ist Sahm sicher, Übertragungen ins Theater oder Kinosäle auf Großbildleinwände inklusive. „Wir möchten mit unserem Antrag einen Stein ins Rollen bringen, quasi den Fuß in die E-Türe stellen“, weiß er um die Mühlen, die in politischer und verwaltungstechnischer Hinsicht nun zu mahlen beginnen. Und da wird im übertragenen Sinne dann tatsächlich der Schweiß fließen.

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