Die organisierten Alemannia-Fans stehen zu ihren Rechten und Pflichten

Von: hpl
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Lädt die Fans zum Dialog über die Kooperation ein: IG-Sprecher André Bräkling. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die organisierten Alemannia-Fans haben schon seit Wochen die Ärmel aufgekrempelt. Beim Ticketverkauf helfen die Mitglieder der Alemannia Fan-IG genauso mit wie bei der Parkplatzverwaltung und anderen Bereichen.

Jetzt richtet die „Interessengemeinschaft der Alemannia Fans und Fan-Clubs“ – so der offizielle Titel – den Blick nach vorne und hat ein Diskussionspapier entwickelt, in dem „Wünsche an den kommenden Geschäftsführer der Alemannia GmbH“ formuliert werden. Der IG-Vorstand bezieht sich auf das abzusehende Ende des Insolvenzverfahrens und die damit erhoffte „neue Zeitrechnung, die eine Chance für einen echten Neuanfang“ sei.

Die Stoßrichtung des Papiers ist unmissverständlich: „Mit diesem Diskussionspapier möchten wir erste Ansätze für eine Zusammenarbeit der Fan-IG mit dieser neuen Geschäftsführung formulieren und zur öffentlichen Diskussion stellen. Wir würden uns freuen, wenn wir so ein umfangreiches Feedback der Fans erhalten würden, worauf wir dann die Zusammenarbeit mit den neuen Verantwortlichen der Alemannia begründen könnten.“ Die einzelnen Punkte haben zwar die Geschäftsführung der GmbH als Adressaten, könnten aber auch Relevanz für die Zusammenarbeit mit den künftigen Gremien des Vereins haben. Im folgenden die Punkte in einer Zusammenfassung.

Kommunikation: Entscheidend für eine neue vertrauensvolle Zusammenarbeit sei eine regelmäßige und offene Kommunikation. Dies bezieht sich auf Stadt, Sponsoren und Fans. Auf der anderen Seite müsse aber auch auf eine interne Verschwiegenheit geachtet werden. Es dürfe nicht mehr vorkommen, dass interner Schriftverkehr ständig nach außen dringe.

Nachhaltiges Wirtschaften: Die Bedeutung nachhaltigen Wirtschaftens, seriöser Finanzplanung und nachvollziehbarer Finanzierungskonzepte müsse man niemandem mehr erklären. Die neue Geschäftsführung müsse dementsprechend alle relevanten Informationen auch für die Mitgliederversammlungen des Vereins als Souverän des Gesellschafters nachvollziehbar aufbereiten. Den Kontrollgremien müsse jederzeit Einsicht in die Budgetplanung sowie in den Halbjahresabschluss gewährt werden.

Schutz von Fan-Rechten: Die IG sieht die Fans in den vergangenen Monaten „öffentlichen Pauschalisierungen und den damit verbundenen Konsequenzen quasi schutzlos“ ausgesetzt. Die Alemannia müsse den Fans beistehen, für sie Position beziehen – ohne tatsächlich existierende Probleme zu ignorieren.

Sicherheitskonzept: Neben dem Schutz echter Fans müsse ein Sicherheitskonzept existieren, das Gewaltexzessen und vergleichbaren Problemen begegne, dabei aber die Verhältnismäßigkeit des Handelns im Blick halte: „Ein gelungenes Sicherheitskonzept verhindert Straftaten im Umfeld des Fußballspiels, ist aber zugleich so ausgewogen, dass es von der breiten Masse der Fans akzeptiert wird.“

Akzeptanz des Vereins in seiner Vielfalt: Der Erhalt des Muttervereins habe stets oberste Priorität, denn er leiste mit seinen Abteilungen einen wichtigen Beitrag zum Aachener Breiten- und Jugendsport. Die GmbH dürfe daher den Verein nie als Mittel zum Zweck des Lizenzerhalts betrachten. Der Verein sei Hauptgesellschafter und höchster Souverän. Die Gesellschaft sei also den Abteilungen des Vereins im gleichen Maße verpflichtet, wie diese der Gesellschaft – „als gleichwertige Bestandteile der Alemannia-Familie“. Die IG bekennt sich zudem eindeutig zur sogenannten „50+1“-Regel. Die besagt im deutschen Fußball, dass externe Investoren und/oder Kapitalanleger nie die Stimmenmehrheit in der Gesellschaft erhalten dürfen.

Zusammenarbeit: Die IG will weiterhin an den Spieltagen kräftig mit anpacken. Im Gegenzug erwartet sie ein professionelles Miteinander, so dass der Einsatz der IG-Kräfte und sonstigen ehrenamtlichen Helfer sinnvoll geplant werden könne. Wichtiger Grundstein dafür sei die Verfügbar- und Erreichbarkeit fester Ansprechpartner seitens der GmbH. Bezeichnend für die Intention des gesamten Papiers ist der Schlusssatz: „Wir sind und darüber bewusst, dass der neue Geschäftsführer ein schweres Amt übernimmt. Es ist für uns deswegen selbstverständlich, ihn insbesondere in der Anfangszeit voll zu unterstützen.“

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