Die Öcher Busretter nehmen Fahrt auf

Von: Thorsten Karbach
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Einsteigen bitte: Marc Fischer vom Verein Chill-Out und der Jugendbus. Weil Reparaturen anstehen, ist der Doppeldecker erst einmal bei der Aseag geparkt. Es fehlen rund 40.000 Euro, um ihn wieder flott zu machen. Deswegen wird die Kampagne „Busretter” starten. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Endstation war in Sicht, doch nun soll es für den Aachener Jugendbus MAN SD 200 weitergehen. Marc Fischer vom gemeinnützigen Verein zur Förderung der Kommunikationskultur Chill-Out und die Stadt suchen nach einem gemeinsamen Weg, das mobile Jugendangebot wieder flott zu machen - im Wortsinne.

Wie berichtet nagt der Zahn der Zeit an dem ehemaligen Berliner Linienbus und eine Reparatur überschreitet die finanziellen Möglichkeiten der Stadt. Aber das Angebot des Vereins, zuletzt vor allem in Richterich aber auch im Ostviertel, wird geschätzt, dürfe, so heißt es aus dem Jugendamt, nicht wegfallen. Wir wollen die erfolgreiche Arbeit von Verein und Bus weiterführen und suchen eine gemeinsame Lösung”, sagt Björn Gürtler vom städtischen Presseamt. „Es gibt sehr gute Gespräche”, erklärt Fischer.

Die Probleme am Bus sind dabei größer als erwartet. Fischer hatte sich auf den Weg nach Berlin gemacht, um dort von Experten einen Kostenvoranschlag einzuholen. Die Experten gaben ihm eine klare Aussage mit auf den Heimweg. Mindestens 40.000 Euro kostet die Reparatur.

„Dann würden wir aber auch wieder mehrere Jahre Spaß haben”, erklärt Fischer. Es ist nicht nur der Rost am alten Blech. Ein Pilz hat sich im Tank eingenistet und beschädigt die Filter. Auf der Rückfahrt von Berlin nach Aachen musste Fischer in Bielefeld einen Zwischenstopp einlegen - zur Reparatur.

Nun geht es darum, Geld für die ganz große Reparatur zusammenzutragen. Der Bus wird wohl zurück in den Besitz des Vereins gehen, da dieser einfacher Sponsoren und Spender anfragen kann. „Das ist die erste Option”, sagt Fischer.

„Das ist das Einfachste. Die Stadt kann keine Spender und Sponsoren anwerben”, sagt Gürtler. Der Verein erarbeitet gerade ein Logo für eine große Kampagne. „Öcher Busretter” ist diese überschrieben. Geplant ist eine Benefizveranstaltung mit Aachener Musikern und eine Kooperation mit Gastronomen, die an Aktionsabenden ein paar Cent pro Getränk für die Buskasse fließen lassen sollen.

Bereits am Freitag um 17 Uhr beginnt im belgischen Chateau Charneux die „Frische Eier”-Kunstausstellung (http://www.fr-ei.de). Dort wird auch der Chill-Out-Jugendbus vorfahren, und einige Künstler wollen ihre Werke zugunsten der Busreparatur verkaufen. Die Ausstellung läuft auch am Samstag und Sonntag, Beginn ist jeweils um 13 Uhr.

„Die Maschinerie läuft”, sagt Marc Fischer und er klingt wieder optimistischer ob der Zukunft des Busses. Und auch in Sachen Übergangslösung gibt es eine positive Entwicklung. War Fischer zuletzt mit einem kleinen Bulli unterwegs, wird er bald schon mit einem alten Setra-Bus des Unternehmens Taeter in Richterich vorfahren.

Der ist zwar nicht mit Medienlounge und Küche ausgebaut wie der Chill-Out-Doppeldecker. „Er ist aber ein guter Treffpunkt”, sagt Fischer. Die Arbeit von Chill-Out nimmt also wieder Fahrt auf.
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