Die nächste Etappe in Sachen Radschnellweg im Blick

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Die nächste Etappe in Sachen Radschnellweg ist geschafft: Jetzt soll eine Machbarkeitsstudio eingereicht werden. Foto: Uerlings

Aachen. Die politischen Gremien der Projektpartner Stadt Aachen, Stadt Herzogenrath und Städteregion Aachen haben jetzt unisono beschlossen, die Machbarkeitsstudie zum Radschnellweg Euregio beim Land einzureichen und auf dieser Grundlage die Durchführung des Linienbestimmungsverfahrens zu beantragen. Das teilte die Städteregion am Mittwoch mit.

Der Radschnellweg soll von Aachen nach Herzogenrath verlaufen mit Abzweigen in Richtung Kerkrade und Heerlen. Hinzu kommen wichtige Anbindungsstrecken zum Campus Melaten, zum Schulzentrum Herzogenrath und nach Merkstein.

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden die Rahmenbedingungen für unterschiedliche Linienvarianten intensiv geprüft. Bürgerinnen und Bürger hatten im Internet und auf zahlreichen Veranstaltungen Gelegenheit, ihre Vorschläge, Anregungen und Kommentare zur Linienführung einzubringen. Nach Abwägung aller Belange wurde eine sogenannte „Vorzugsvariante“ ausgewählt. An den Kosten der Machbarkeitsstudie inklusive der Bürgerbeteiligung hat sich das Land NRW mit 80 Prozent beteiligt. Rund 130.000 Euro bringen die Projektpartner auf.

Uwe Zink, scheidender Dezernent für Bauen, Umwelt und Verbraucherschutz bei der Städteregion, meint dazu: „Mit dem Radschnellweg können wir das Radfahren auf einer sehr wichtigen Verkehrsachse wesentlich attraktiver machen. Wir wollen diese Chance nutzen, um die hohen Umweltbelastungen und die langen Wartezeiten insbesondere für Pendler zu reduzieren.“ „Auch in Anbetracht der stark steigenden Verkaufszahlen für Pedelecs gewinnen schnelle und attraktive Fahrrad-Verbindungen immer mehr an Bedeutung. Sie stellen für Berufspendler eine gute Alternative zum Pkw dar“, ergänzt Stadtbaurat Werner Wingenfeld, Planungsdezernent der Stadt Aachen.

Die politischen Beschlüsse sehen vor, dass im weiteren Planverfahren für einige Bereiche zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden. So soll im Bereich Tittardsfeld in Laurensberg ein besonderes Augenmerk auf ein gutes und sicheres Miteinander von Radfahrern, Fußgängern und Autos gelegt werden. In Richterich sollen beispielsweise vertiefende Untersuchungen zur Abdeckung des zukünftigen Parkraumbedarfs auch im Zusammenhang mit dem geplanten Bahnhaltepunkt durchgeführt werden.

Für mögliche Konfliktpunkte an Zufahrten sind geeignete Lösungen zu erarbeiten. In Kohlscheid soll zwischen dem neuen Wohngebiet an der Kämpchenstraße und dem nahe gelegenen Spielplatz eine sichere Querung des Radschnellwegs gewährleistet werden. Zwischen Kohlscheid und Herzogenrath soll die Trasse in zwei Bereichen etwas von der Bahntrasse abgerückt bleiben, um alte Baumbestände am Bahndamm zu schonen. Mit einer durchgängigen Beleuchtung will man auf allen Teilabschnitten für mehr Sicherheit sorgen.

Radschnellwege des Landes sind seit Oktober 2016 den Landesstraßen rechtlich gleichgestellt. Daher wird zunächst ein Linienbestimmungsverfahren durchgeführt, dass voraussichtlich bis Ende 2018 dauert. Die bestimmte Linienführung wird für alle öffentlichen Planungsträger und für die weitere Planung verbindlich. Mit dem Land wird die Zuständigkeit für das weitere Planungsverfahren geklärt. Daran schließt sich die Entwurfsplanung an.

In der Entwurfsplanung wird die Lage und Ausgestaltung des Radschnellwegs im Detail erarbeitet. Die Projektpartner wollen dies wiederum mit einer intensiven Bürgerbeteiligung begleiten. „Natürlich kann dabei nicht allen Interessen gleichermaßen entsprochen werden. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass im Rahmen der Abwägung durch eine sorgfältige Planung im Dialog mit den Bürgern viele Anliegen berücksichtigt werden können“, sagt Zink.

Kenndaten zum Radschnellweg Euregio

Länge des Radschnellwegs: 13,7 Kilometer, zusätzlich Hauptroute zum Grenzübergang Locht: 5,5 Kilometer, Anbindungsstrecken: 5,7 Kilometer;

Baukosten (Schätzung mit Kostenstand 2016/2017): Radschnellweg einschließlich Hauptroute: 29,6 Millionen Euro; Anbindungsstrecken: 2,2 Millionen Euro; Eigenanteil Stadt Aachen: 0,97 Millionen Euro, Eigenanteil Stadt Herzogenrath: 0,33 Millionen Euro; Radfahrerzahlen je nach Querschnitt im Prognosejahr 2025: 1000 bis 3000 pro Tag.

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