Aachen - Die Mission lautet: Kultur vermitteln

Die Mission lautet: Kultur vermitteln

Von: Aljona Hartstock
Letzte Aktualisierung:
Auf dem Weg zu Kulturagenten a
Auf dem Weg zu Kulturagenten an Schulen: umgeben von Schülerinnen und Schülern von links Martina Schmolen, Ulrike Becker, Monika Nordhausen, Irmgard Lennartz und Schulleiter Dr. Heinrich Parting. Foto; Andreas Schmitter

Aachen. Während die Einen ständig nach neuen Einsparungsmöglichkeiten in der Kultur Ausschau halten, rudern die Anderen in die entgegengesetzte Richtung: Die Kulturstiftung des Bundes und die Stiftung Mercator haben ein Modellprogramm ins Leben gerufen, das das Interesse von Kindern und Jugendlichen für Kunst und Kultur wecken soll.

Das Projekt „Kulturagenten für kreative Schulen” möchte jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich mit Kunst auseinanderzusetzen, sich aber auch aktiv daran zu beteiligen.

Das Programm hat in diesem Herbst begonnen und ist auf vier Jahre ausgelegt. Fünf Bundesländer sind daran beteiligt; Nordrhein-Westfalen ist mit 30 Schulen ebenfalls Teil des Programms, darunter das Schulnetzwerk Aachen/Alsdorf mit der Maria-Montessori und der Heinrich-Heine Gesamtschule Aachen sowie mit der Gustav-Heinemann Gesamtschule Alsdorf. Den drei Schulen steht für den Zeitraum von vier Jahren die Kulturagentin Monika Nordhausen zur Seite. An jeder Schule werden zusätzlich Kulturbeauftragte ernannt - an der Heinrich-Heine Gesamtschule übernimmt Ulrike Becker diese Aufgabe. In Zusammenarbeit mit den Lehrern und der Schulleitung werden einzelne Projekte für die Schüler erarbeitet. Auch der Aufbau von Netzwerken und Kooperationen mit qualifizierten Künstlern und Künstlerinnen und kulturellen Institutionen wie dem Ludwig Forum und dem Stadttheater Aachen spielt eine entscheidende Rolle. „Ich begleite Prozesse, die dazu führen, Kultur in das Schulalltagsleben zu integrieren”, beschreibt Nordhausen ihre Aufgabe.

Mehrere Projekte sind bereits in Planung: Alle fünften Klassen der Gesamtschule sollen zum Beispiel im nächsten Jahr an dem so genannten „Lehmbauprojekt” teilnehmen. Dabei werden die Kinder an einem Lehmhaus bauen und Lehmskulpturen fertigen. Unterstützung und Anweisungen erhalten sie von einem Lehmbauer aus Aachen. Das Lehmbauprojekt soll in den naturwissenschaftlichen Unterricht unter dem Thema „Sinne” verankert werden. Bei einem weiteren Projekt geht es um die Schulerforschung. „Kulturbotschafter” werden dazu mit den Schülern beispielsweise die Kultur und die Architektur der eigenen Schule erforschen. Der Prozess wird gefilmt und dokumentiert. „Es ist wichtig, dass die Projekte an die Interessen der Schüler anknüpfen”, sagt Kulturbeauftragte Becker.

Auch auf die richtige Wahl der beteiligten Künstler wird großen Wert gelegt. „Qualität ist ein wichtiges Kriterium, die Künstler sollen aber auch angemessen bezahlt werden”, sagt Nordhausen. Der Schulleiter der Heinrich-Heine Gesamtschule, Heinrich Parting, bestätigt dies: „Es fließen nicht unerhebliche Summen bei diesem Programm. Davon werden zum Teil auch die Fachleute bezahlt”.

Die Schüler scheint es zu freuen. Julia Stahl (11 Jahre), Robin Hütten (10 Jahre) und Lea Gejda (10 Jahre) sind besonders kulturinteressiert. Dass sie in die Kulturklasse gehen dürfen, bedeutet für sie zwei zusätzliche Stunden Kunst- und Kulturunterricht in der Woche. „Ich habe schon immer gern gemalt”, sagt Julia. Sie kann bereits Flöte spielen und trommeln und möchte bald auch das Klavierspielen lernen. Robin singt gerne und ist sogar der Kinderprinz von Richterich. Am 19. Februar Jahres werden seine Klassenkameraden ihn beim Karnevalsumzug begleiten; sie werden hinter dem Prinzenwagen gehen und für die Organisation Unicef sammeln.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert