Die Maschine, die Gedichte druckt

Von: Katrin Haas
Letzte Aktualisierung:
Zukunft der Automibilität, Au
Zukunft der Automibilität, Automobile der Zukunft? Youness Attoumi zeigt bei der Schau der FH-Diploma im Bereich Design seine Ideen zu einem brandaktuellen Thema. Insgesamt 50 Absolventen und Absolventinnen präsentieren spannende Arbeiten. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Sebastian Berns hat eine Maschine entworfen, die dem Menschen die Kreativität abnimmt: Sie druckt Gedichte. In einer langen Schlange rollt sich das Papier bis auf den Boden, ähnlich einem überlangen Kassenzettel.

Die Gedichte werden automatisch von „Google Recaptcha” erzeugt und auf der Arbeitsvermittlungsplattform „Amazon Mechanical Turk” tippen Menschen überall auf der Welt für geringe Cent-Beträge Wörter ab, die der Computer nicht erkennen kann. Zum Schluss schreibt ein Computerprogramm nach einem Algorithmus das Gedicht. „Dead Man Working” nennt der Absolvent des Bachelors Kommunikationsdesign seine Maschine und nimmt damit das Thema der gemeinsamen Arbeit und Konkurrenz von Mensch und Maschine in den Blickpunkt: „Das ist eine überspitzte Darstellung dieser Tendenz”, erklärt Sebastian Berns. Auf der „Diploma Sommer 2012”, der Ausstellung des Fachbereichs Gestaltung der FH Aachen, präsentieren über 50 Absolventen an zwei Tagen ihre Abschlussarbeiten. Darunter sind die letzten Diplomarbeiten, eine Vielzahl von Bachelorarbeiten und die erste Masterarbeit des Masters für Kommunikations- und Produktdesign.

Für den Master müssen sich die Studenten mit einer Projektidee bewerben. „Das heißt, wir wissen von vornherein, womit sich der Bewerber über drei Semester beschäftigt”, sagt die Dekanin des Fachbereichs Gestaltung, Professorin Ilka Helmig.

Masterabsolvent Harald Lemke stellte sein Konzept „Design Movement” vor. In mobilen Containern bietet sich die Möglichkeit, unterschiedlichste Ausstellungen zu präsentieren. Lemke setzt sich dabei mit dem Wert des Designs auseinander, dargestellt durch die Farben Gold und Schwarz. Wie Menschen mit dem Gefühl der Leere und der Überfüllung umgehen, untersucht Jacqueline Eskandari Pour Hamlekari. Dazu kann der Besucher der Diploma einen Selbstversuch in einem weißen Raum unternehmen. Ihre Professorin Ilka Helmig stellte sie dabei auch auf die Probe: Die ersten rund 30 Seiten ihrer Bachelorarbeit sind leer. Das ist genau der Punkt, an dem man noch neugierig genug ist, ob hinter der Leere noch etwas kommt. Rouven Witsch präsentierte seine Lösung für ein (auch persönliches) Problem: Das Aufladen von Gepäck wie beispielsweise Kajaks und Surfboards auf das Autodach sollte leichter werden. Dafür entwickelte er einen Gurt, der sich schon vor dem Beladen aufrichtet und dieses so erleichtert. Die Absolventen des Fachbereichs Gestaltung spürten aktuellen Fragestellungen nach und suchten kreative Lösungen - die manchmal eben auch durch die persönlichen Hobbys inspiriert sind.

Die Ausstellung der Abschlussarbeiten ist noch am Samstag bis 18 Uhr am Boxgraben 100 geöffnet.
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