Die Lebensretter von morgen

Von: Andreas Cichowski
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„Wasser marsch!“: Bei Übungen wie auf dem Katschhof lernen die Mitglieder der Jugendfeuerwehr alle Handgriffe, die sie später für den Ernstfall brauchen. Foto: Andreas Cichowski

Aachen. Hektik und reges Treiben in der Innenstadt: Von allen Seiten kommen Feuerwehrfahrzeuge auf den Katschhof. Zwischen Dom und Rathaus fahren sie in Position. Die Türen springen auf, die Feuerwehrleute reihen sich auf, einige klare Ansagen vom Gruppenführer und schon geht es an die Schläuche. Ausrollen, anschließen und auf Kommando: „Wasser marsch!“ Doch schnell stellt man fest, dass irgendetwas nicht stimmt.

Denn weit und breit ist kein Feuer zu sehen, nicht eine einzige Rauchwolke gibt Anzeichen für Unruhe. Die Strahlrohre sind gegen kahle Mauern gerichtet und an den Schläuchen stehen keine erwachsenen Feuerwehrleute. Es sind Jugendliche, die hier den Ernstfall simulieren – Jugendliche der Jugendfeuerwehr Aachen.

Alle 14 Tage Übungen

Übungen wie die auf dem Katschhof stehen bei der Jugendfeuerwehr weit oben im Programm. Sie finden alle 14 Tage statt und gehören zur feuertechnischen Ausbildung der jungen Feuerwehrleute, die sowohl die theoretische Ausbildung als auch praktische Übungen mit einschließt.

In diesem Jahr feiert die Jugendfeuerwehr Aachen ihr 40-jähriges Jubiläum. Jetzt wurde im Floriansdorf an der Wache Nord groß gefeiert. Bei Mitmachaktionen konnten sich auch Eltern und Geschwister beteiligen. Die Stadt Aachen lobte die Verantwortlichen der Jugendfeuerwehr für ihre Arbeit und überreichte ihnen Urkunden.

55 Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren aus drei Bezirken gehören der Jugendfeuerwehr an. Die drei Bezirke setzen sich aus den einzelnen Wachen Walheim, Kornelimünster, Sief und Brand, Eilendorf, Aachen Mitte (Hüls), und Verlautenheide sowie Richterich, Laurensberg, Aachen Nord, und Haaren zusammen. Betreut werden die Jugendlichen von 25 Betreuern der Freiwilligen Feuerwehr.

Die Jugendfeuerwehr ist in die einzelnen Löschzüge integriert, wodurch der Kontakt zu den erwachsenen aktiven freiwilligen Feuerwehrleuten besteht. Den Jugendlichen wird die Möglichkeit geboten, sich bei Putzaktionen zu beteiligen, dabei die Ausrüstung und die Fahrzeuge näher kennen zu lernen oder den Großen bei ihren Übungen über die Schultern zu schauen.

Am sogenannten BF-Tag, ein Wochenende an dem die Jugendlichen in der Wache übernachten, dürfen sie im 24-Stunden-Dienst zeigen, was sie können. Nicht selten ertönt mitten in der Nacht der Alarm. Dann heißt es ab in die Uniform, auf die Fahrzeuge und los geht es zum simulierten Einsatz.

Die Jugendfeuerwehr bietet aber auch anderweitig Action, nämlich wenn es darum geht durch Spiel und Spaß den Teamgeist zu stärken. Wie es sich für eine Jugendorganisation gehört, besteht die Arbeit aus Ausbildung und Jugendarbeit zu gleichen Teilen, dazu gehören neben Theorie und Praxis auch Gemeinschaftsaktionen und Freizeitbeschäftigungen, wie zum Beispiel Ausflüge zum Kletterwald, spielerische Wettkämpfe und mehr.

Spaß und Verantwortung sollen sinnvoll kombiniert werden. Nicht nur Jungen engagieren sich bei der Feuerwehr, Mädchen wirken im selben Maße mit, und so manch ein Mädel zeigt den Jungen als Truppführerin, wer das Sagen hat.

Florian Esser, stellvertretender Stadtjugendfeuerwehrwart der Feuerwehr Aachen, erklärt zur Teilnahme: „Jeder ab elf Jahren kann Mitglied der Jugendfeuerwehr Aachen werden. Die Aufnahme und die Aktionen sind grundsätzlich kostenlos.“

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