Die Lebenshilfe hatte gleich mehrfach Grund, sich zu freuen

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
11008066.jpg
40 Jahre Kita Mirabilis der Lebenshilfe: Mit Leiterin Pia de Vries und den Kindern freute sich auch Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt über den runden Geburtstag. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Die Redensart „Aller guten Dinge sind drei“ ist angesichts des Jubiläums der Lebenshilfe schon fast zu wenig: 50 Jahre Kita Mirabilis, 40 Jahre Familienzentrum Kita Waldmeister und 40 Jahre interdisziplinäre Frühförderung sind nicht nur Anlass für ein großes Fest, die Geburtstage zeigen zudem, was dank vieler Mitarbeiter und Ehrenamtler täglich getan wird, damit sich Kinder mit und ohne Behinderung wohlfühlen.

Die Kita Mirabilis in der Lintertstraße war der erste heilpädagogische Kindergarten in ganz NRW. Heute werden 26 Kinder von drei bis sieben Jahren mit Förderbedarf in drei Gruppen betreut. Eine Umwandlung in eine inklusive Einrichtung ist ein Ziel, das die Mitarbeiter in naher Zukunft realisieren möchten.

Das Familienzentrum Waldmeister war bis 1996 ein heilpädagogischer Kindergarten, in dem seit 2008 Familien durch zusätzliche Angebote Unterstützung bekommen. Kinder mit und ohne Förderbedarf wachsen gemeinsam auf und lernen frühzeitig, dass das „Anderssein“ völlig normal ist. In der interdisziplinären Frühförderung kümmert sich ein 30-köpfiges Team aus Pädagogen, Psychologen, Ärzten, Musik- und Ergotherapeuten sowie Logopäden um Kinder, die einen besonderen Förderbedarf haben.

Insgesamt 320 Kinder werden zurzeit in Aachen und der Region betreut. Hildegard Sorn, Leiterin der interdisziplinären Frühförderung, wünscht sich für die Zukunft, dass der hohe Standard innerhalb der Einrichtungen auch weiterhin gehalten wird: „Durch die Inklusion hat sich viel verändert. Wir blicken auf 50 Jahre Erfahrung zurück. Das Ganze ist ein Prozess, und wir müssen schauen, dass wir die Einrichtungen nicht überfordern, sondern den Weg kontinuierlich gehen.“

Mitte der 1980er Jahre wurden der inklusive Gedanke und das damit verbundene Handeln bekannter und in der Gesellschaft thematisiert. Bis heute sind also noch nicht so viele Jahre vergangen. Doch Hilde Orfeld resümiert die Entwicklung als durchaus positiv: „Vor einigen Jahren war es noch eine Besonderheit, wenn Menschen mit Behinderung in das alltägliche Leben integriert waren.

Heute ist es bei weitem nicht mehr so. Da gehören Menschen mit Förderbedarf oder mit einer Behinderung einfach dazu. Nur können wir nicht erwarten, dass Inklusion sofort in allen Bereichen umgesetzt und gelebt werden kann.“

Damit aber Kinder, die mehr Hilfe benötigen als andere, in ihrem späteren Alltag zurechtkommen, ist es umso wichtiger, dass sowohl in den Kitas als auch in der Frühförderung den Bedürfnissen der Kleinen optimal nachgekommen wird. Fünf Prozent jedes Geburtsjahrgangs sind von einer Behinderung betroffen.

Durch gezielte Maßnahmen und speziell zugeschnittene Therapien und Betreuungen sorgen die Mitarbeiter der Lebenshilfe dafür, dass sich die Kinder bestmöglich entwickeln. Die guten Dinge, die jeden Tag aufs Neue in den Kitas und der Frühförderung passieren und umgesetzt werden, sind deshalb in Zahlen nicht auszudrücken.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert