Aachen - Die Kuh guckt aus der Milchtüte

Die Kuh guckt aus der Milchtüte

Von: Merle Tilk
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Direkter Augenkontakt mit dem
Direkter Augenkontakt mit dem Betrachter: Die Exponate der Ausstellung unter dem Motto „Aprilapril” wollen nicht in jeder Beziehung ernstgenommen werden. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „1025 Künstler stellen aus”, heißt die aktuelle Schau in der Produzentengalerie „Artikel 5” an der Bahnhofstraße. Wie soll das gehen? „Aprilapril” schmunzeln die fünf Betreiber. Unter diesem Motto nämlich stellen sie und 20 weitere Künstler auch in diesem Jahr die verschiedensten Exponate aus.

Ob Malerei und Fotografie oder Objekte und Installationen - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Trotz eigentlich freier Themenwahl haftet dabei vielen Werken die Scherzhaftigkeit der bekannten Formel zum 1. April an. „Wir nehmen nicht alles so tierisch ernst”, erklärt Petra Ostré, Gründerin der Galerie.

Wo kommt den nur die Milch her?

Das Konzept scheint aufzugehen: „Die Ausstellung war schon im letzten Jahr so erfolgreich, dass wir sie wieder aufgegriffen haben”, freuen sich Petra Ostré, Dorothea Flatau, Anett Hoffmann, Peter J.M. Schneider und Ela Schwartz. Auch neue Künstler sind bei der zweiten Auflage dabei. So heißt etwa Britta Moches Fotografie von „Hannahs Birthday Cake” im Schaufenster die Besucher willkommen. Erst bei näherem Hinsehen erkennt man, dass die vermeintliche Torte aus Ton ist. Unter dem Titel „Hols der Geier” zaubert Bina Theissen mit Tusche und Aquarellfarben eine bizarre Anordnung von Tieren und Gegenständen auf Büttenpapier.

Seltsam muten auch die aufgeschnittenen Milch-Tetrapacks von Urban Stark, aus denen Kühe blicken, an. „Auf den Weiden sieht man heute kaum noch Kühe. Mit Blick auf meine Kinder könnte man die Frage stellen: Wo kommt die Milch eigentlich her?” Dabei interessiert sich Stark nicht nur für Kühe. Vor allem Eier sind es, mit denen er sich seit Jahren beschäftigt und die er - passend zu Ostern - in seinen Fotografien thematisiert. Ein Blick vorbei an den Skulpturen offenbart die Vielfalt der Schau.

Neben einer zynisch mit „Testsieger” bedruckten Unterhose hängen nachdenklich stimmende Acryl-Porträts, die wiederum im Kontrast zum dicken, goldenen Bilderrahmen stehen, der zwei sich am Strand räkelnde Bauarbeiter einrahmt. Für Inspiration und Assoziationen sorgt nicht zuletzt Odine Lang mit ihren Objekten aus Draht. Raum für ernstere Deutungen lassen schließlich Christian Kerker und Winfried Kock. Mit einer Anordnung von Streichholzschachteln, die als Träger von Bildern des Zeitgeschehens dienen, setzt Kerker diese neu in Bezug. Mit einer Sandburg und einem Wortspiel erinnert Kock an die Katastrophe in Japan.

Die Gruppenausstellung „Aprilapril” ist bis zum 14. Mai freitags von 16 bis 20 Uhr und samstags von 11 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung unter 0178/7617852 in der Galerie „Artikel 5”, Bahnhofstraße 33, geöffnet.
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