Die Jugend übernimmt im LuFo die Macht

Von: Kathrin Albrecht
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Kreativität gefragt: Kinder spielen im Ludwig Forum derzeit die künstlerische Hauptrolle – mit tollen Ergebnissen. Foto: Ralf Roeger
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Abwechslungsreich: Studentin Natalie Gozdzik genießt die Arbeit mit dem Nachwuchs im Ludwig Forum. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Zwei Wochen ist es her, dass Kinder im Ludwig Forum die Regentschaft übernommen haben. Bis September arbeiten sie kreativ im Projekt „Kinderkönigreich“ des polnischen Künstlers Pawel Althamer zu den Themen Herrschaft, Macht und Freiheit.

Die ersten 14 Tage haben bereits deutliche Spuren hinterlassen, vor allem am Künstler-Kongress in der Mitte des Museums. Wände und Boden des ehemals weißen Kubus zieren nun bunte Gemälde. In einer Ecke steht der zehnjährige Linus Mathieu auf einer Leiter und malt ein Hochhaus. „Da waren schon mehrere Hochhäuser, ich dachte, da male ich noch eines dazu“, erzählt er. Mit seiner Mutter hat er das Kinderkönigreich schon einmal besucht und fand es so gut, dass er jetzt selbst mitmachen möchte.

An der Wand gegenüber arbeitet Architektur-Studentin Nathalie Gozdziak an einer Mauer. Für die Zeit, in der das Kinderkönigreich läuft, betreut sie den Zeichnerkongress. Hier, erklärt sie, könne jeder kreativ werden. Schön oder hässlich – das gebe es hier nicht. Alles sei möglich. „Es ist interessant zu sehen, wie sich die verschiedenen Altersgruppen verhalten“, sagt sie. „Es ist spannend zu beobachten, was beispielsweise übermalt wird und was nicht.“ Auch erste Skulpturen lassen sich bereits besichtigen, wie zum Beispiel eine Dschungel-Installation. Für eine weitere Skulptur steht bereits ein Drahtgerüst. Im Hof arbeiten Czarli Bajka und Witold Nazarkiewicz an einem großen Stoffschirm, der auf das Gerüst aufgezogen werden soll. „Das Ganze stellt einen Regenschirm dar“, erklärt Witold. Die beiden gehören zu Künstlergruppe „Reactor – Sculpture Lab“ aus Warschau, die den Kindern helfen, ihre Ideen umzusetzen. Auf goldenem Untergrund malten Kinder von 5 bis 16 Jahren alles, was sie gerade bewegt: Aachen-typische Ansichten wie das Rathaus oder Pferde als Anspielung auf den CHIO, oder ein Fußballspiel, angelehnt an den Stil Keith Harings.

Drei Gruppen mit jeweils rund 20 Kindern haben an diesem Schirm gearbeitet. Die Kommunikation ist dabei kein Problem. „Das meiste funktioniert ohne Worte“, erzählt Witold. „Die Kinder hier sind sehr offen für das Projekt und die künstlerische Arbeit, das ist sehr schön“, sagt Czarli.

Im Space üben derweil Jana Diarra (11), Sophia Gründler (10), Elijah Diarra (10) und Julian Koncos (10) mit Choreografin Yvonne Eibig eine Tanzperformance. Sie gehören zum ergänzenden Workshop „Kindertanzkönigreich“. Ziel sei es, erklärt Yvonne Eibig, die entstehende Kunst tänzerisch zu kommentieren. Dafür treffen sich 18 Kinder und Jugendliche einmal pro Woche, dokumentieren, was sie sehen – und überlegen mit Eibig, wie sich das in Bewegung umsetzen lässt. Die Kinder finden das gar nicht so schwierig. „Man kann zum Beispiel die Bewegung beim Malen nachahmen“, erklärt Jana. Bei der Eröffnung des Kinderkönigreiches meisterte die Gruppe schon einen ersten Auftritt. Während der Ausstellung haben sie nun mehrere kleine Auftritte, bei denen sie jeweils ihr „Tagesergebnis“ vorführen. Das große Finale der Tanzgruppe ist für das Abschlussfest am 14. September geplant. Dann möchte Yvonne Eibig auch ein tänzerisches Kunstwerk produzieren. Auf Leinwänden sollen die Kinder mit Farbe an Füßen und Ellbogen ihre Spuren hinterlassen. Dann kann auch die Dokumentation gezeigt werden, die die Kinder auf Videos und Fotos zusammengetragen haben.

Bis zum 21. September regieren die Kinder noch in Haus, Hof und auf dem Gelände rund um das Ludwig Forum an der Jülicher Straße. Während dieser Zeit ist der Eintritt für alle Besucher kostenlos.

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