Die Heldin sitzt im Rollstuhl

Von: Regine Beyss
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Spendenübergabe im zukünftigen Amphitheater: (von links) Dr. Hans-Hermann Kasten und Dr. Nils Graf Stenbock-Fermor vom Rotary-Club Aachen-Frankenberg übergeben 1510 Euro an Maria Poquett, Vorsitzende des VKM, und Tom Hirtz, Leiter des Das Da Theaters. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Es ist eine besondere Herausforderung für das Das Da Theater. Eigens wurden Sprechtrainer, Gesanglehrer und Bewegungstrainer engagiert. Der Grund: Momo.

Das Theaterstück nach dem Buch von Michael Ende wird in diesem Jahr auf die „Das Da”-Bühne gebracht. Rund 40 Schauspieler wirken mit, 30 haben eine Behinderung. Mit dem „Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen” (VKM) realisiert das Theater dieses Projekt unter dem Motto „Momo macht Mut - gemeinsam anders.”

„Die Schauspieler werden sich bereichernd ergänzen”, hofft Maria Poquett, Vorsitzende des VKM. Die Art der Behinderung soll den Ausdruck des Charakters auf der Bühne erweitern. Tom Hirtz, Leiter des Das Da Theaters, fügt hinzu: „Wir wollen in dem Stück normales Zusammenleben vorleben.”

Die Proben für die Premiere am 9. Juli laufen. Die Handicaps der Schauspieler erfordern einen hohen Zeitaufwand, sowie ein bestimmtes Maß an Fachlichkeit und auch Motivationsarbeit, so Poquett. Zudem kümmert sich der Verein um die finanziellen Mitteln. Das Projekt, das rund 60000 Euro kostet, soll hauptsächlich durch Spenden finanziert werden. „Über die Hälfte haben wir bereits zusammen”, sagt Poquett.

So überreichte unter anderem der Rotarier-Club Aachen-Frankenburg eine Spende von 1510 Euro. „Wir finden das Projekt toll”, erklärte Dr. Nils Graf Stenbock-Fermor für den Rotary Club. „Und es passt genau in unseren Schwerpunkt der Kinder- und Jugendarbeit.”

Bewusst wählte das Theater die Geschichte der kleinen Momo aus. „Momo kann den grauen Herren das Handwerk legen, weil sie anders ist.” Sie lebe langsamer als alle anderen und könne zuhören. „Dabei entwickelt sie neue Qualitäten.” Auch die Schauspieler mit Handicap hätten ein anderes Tempo und eine andere Perspektive. Die Hauptrolle spielt die elfjährige Jana Wagner aus Langerwehe. „Sie sitzt im Rollstuhl. Ihre Behinderung ist für jeden direkt erkennbar”, so Maria Poquett.

Vorerst sind vier Vorstellungen geplant. „Wir müssen die Belastung realistisch halten, der Spaß-Faktor soll erhalten bleiben”, erklärt Hirtz. Bereits auf Hochtouren laufen derweil die Umbauarbeiten der Bühne, die als Amphitheater gestaltet wird.

Der VKM bittet weiter um Spenden. Infos unter 91288888.
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