Die Hauptschüler bleiben, wo sie sind

Von: Thorsten Karbach
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Schüler werden diese Gebäude noch fünf Jahre beleben: Die Stadt Aachen und die Bezirksregierung wollen dafür sorgen, dass alle Kinder der Hauptschule Eilendorf (Foto), der Klaus-Hemmerle-Schule und der Sekundarschule am Kronenberg in ihrer vertrauten Umgebung ihren Abschluss machen können. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Bezirksregierung und die Stadt Aachen rechnen damit, dass die Kinder der Klaus-Hemmerle-Schule, der reformpädagogischen Sekundarschule auf dem Kronenberg und der Hauptschule Eilendorf ihre Mathematik und Deutschaufgaben bis zuletzt in den vertrauten Räumen lösen können.

Nachdem die Stadtverwaltung mehrfach betont hatte, es gebe keine Pläne, die Kinder vor Ablauf ihrer Schullaufbahn an eine andere Schule umzusiedeln, erklärte nun auch die Bezirksregierung auf Anfrage der Aachener Zeitung, dass es die Lehrerversorgung bis zuletzt sinnvoll organisiert werden könnte.

Denn diese Klippe hatte Björn Gürtler vom städtischen Presseamt zuletzt noch gesehen. „Wir haben auf die Lehrerversorgung keinen Einfluss, die muss die Bezirksregierung als Schulaufsicht sicher stellen.”

Bei der Bezirksregierung erklärt Pressesprecher Oliver Moritz nun, es gebe für solche Fälle in den Schulen „auslaufend” geschlossen werden, sprich keine neuen Schüler aufgenommen werden, die aktuellen Schüler aber ihren Abschluss machen können, ein bewährtes Konzept. Und so sagt er zur Situation in Aachen: Für die Zukunft kann festgehalten werden, dass die Kollegien der Schulen schrittweise durch Abordnungen, Versetzungen und Pensionierungen abgeschmolzen werden sollen, sodass es zu keinem Lehrüberhang im Verhältnis zur sinkenden Schülerzahl kommen sollte. Dies hat bereits die Erfahrungen in anderen Städten und Gemeinden gezeigt.”

Geringe Schülerzahl

Das Problem der Aachener Schulen ist auch bei der Schließung die geringe Schülerzahl. Aktuell besuchen laut Bezirksregierung 240 Kinder die Klaus-Hemmerle-Schule an der Franzstraße, 289 Kinder die Sekundarschule auf dem Kronenberg und 216 Kinder die Eilendorfer Hauptschule in der Kaiserstraße. Teilweise würde die Schülerzahl darauf hinauslaufen, dass in fünf Jahren - so lange bleiben die Schulen bestehen - nur noch etwa 20 Kinder unterrichtet werden.

„Hinsichtlich der Lehrkräfte kann als Prognose ein Stellenüberhang durch die fehlende Eingangsklassen beziehungsweise die Einzügigkeit der derzeitigen Eingangsklasse entstehen”, beschreibt Moritz die Situation. „Da andererseits noch nicht über das laufende Lehrerversetzungsverfahren entschieden ist, in dem zum Beispiel auch Versetzungen an andere Schulformen, unter Umständen auch an die neu entstehende Gesamtschulen möglich sind, werden dann eventuell bestehende Überhänge durch Abordnungen oder Versetzungen an andere Hauptschulen in der Städteregion Aachen ausgeglichen”, führt er aber weiter aus. Arbeitslos werde gewiss keiner der betroffenen Lehrer der drei Schulen.

Mit dem Personalrat

Alle Maßnahmen werden laut Moritz im Einvernehmen mit dem Personalrat für Hauptschulen durchgeführt. Die untere Schulaufsicht in der Städteregion Aachen (Schulamt) begleitet diesen Prozess in den Kollegien vor Ort. Damit ist klar, dass die Gebäude frühestens nach fünf Jahren für eine neue Nutzung freistehen. „Es gibt keine anderen Pläne”, sagt Björn Gürtler.

Ohnehin wurde bislang betont, die Schulgebäude sollten genutzt werden, „um Bildungseinrichtungen zu etablieren”. Nach AZ-Informationen darf dies angesichts der Lage der Immobilien aber bezweifelt werden. In Eilendorf bleibt mit der Grundschule aber ein „Nutzer” des Gebäudes an der Kaiserstraße erhalten - laut Gürtler mit der Perspektive sich weiter auszubreiten. An der dortigen Hauptschule hat die Schulkonferenz übrigens für den Fall, das Schulhaus früher verlassen zu müssen, beschlossen, dass die betroffenen Kinder möglichst an der Hauptschule Drimborn unterkommen.
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