Die Grünen laufen sich warm für die Bundestagswahl

Von: mh
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Heute am, 10. Aug 2017 / 2017-08-10 bündnis 90 die grünen Kreisparteitag Kandidaten zur Bundestagswahl Katrin Feldmann, Alexander Tietz-Latza © : dmp
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Der Dürener Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer gab die klare Losung aus: Platz drei in der Wählergunst. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Schmutzige Motoren, vergiftete Eier, ein brandgefährlicher Atommeiler vor der Haustür – an spektakulären Steilvorlagen zur politischen Großoffensive mangelt es derzeit kaum. Dennoch drängte sich an diesem verregneten Donnerstagabend der Eindruck auf, dass sich die Grünen in Stadt und Region nur allmählich warmlaufen für den Endspurt Richtung Bundestagswahl – wohl auch, weil das halbe Land noch tief im Ferienschlummer liegt.

So hatten die Bundestagskandidaten Katrin Feldmann (Aachen-Stadt) und Alexander Tietz-Latza (Aachen-Land) bei der Mitgliederversammlung in den Kurpark-Terrassen zuweilen Mühe, geballte Kampflust in den – urlaubsbedingt eher spärlich besetzten – Reihen der Basis hervorzukitzeln.

An reichlich spürbarer Sympathie für die frischgebackenen MdB-Anwärter mangelte es den etwa 50 Zuhörern freilich keineswegs, als die mit versierter Schützenhilfe des Dürener Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer zum Halali mit Blick auf die Jagdgründe der großen Parteien bliesen. „Für mich ist es keine Frage, dass wir den dritten Platz in der Wählergunst erobern“, bekräftigte Krischer – jetzt müsse vor allem ein schwarz-gelber Pakt in Berlin verhindert werden.

Mit ihrem 10-Punkte-Programm habe die Partei die Herausforderungen zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft konsequent angenommen. „Während Merkel nur vom Klimaschutz redet, wollen wir die ersten 20 Kohlekraftwerke sofort abschalten.“ Gegen Massentierhaltung, gegen „Trickserei und Betrug“ in der Autobranche gelte es jetzt, nachhaltige Strategien zu entwickeln „statt politische Placebos zu verteilen“.

„Wir sind die einzigen, die wirklich Themen für die Zukunft setzen, Chancen aufzeigen“, befand auch Katrin Feldmann. Doch dazu seien gemeinsame Lösungen, fairer Handel statt wachsender Abschottung auf EU-Ebene unabdingbar: „Das Sterben im Mittelmeer muss endlich aufhören.“ An einer effektiveren Bekämpfung der Fluchtursachen und einer neuen Einwanderungspolitik führe kein Weg vorbei. „Wir müssen das eine endlich vom anderen trennen!“

Der Einsatz für „Europa als Friedensgarant“ dürfe gerade jetzt nicht nachlassen, unterstrich auch Tietz-Latza, der sich zudem besonders der Gesundheitspolitik verschrieben hat. „In Deutschland sterben täglich 124 Menschen an den Folgen der Feinstaubbelastung – zehn Mal mehr als im Verkehr. Doch Autokanzlerin Merkel hat noch nie so laut geschwiegen wie jetzt“, sagte er. Gerade die Region Aachen setze Impulse für eine bessere Mobilität. Und: „Noch immer ist aber Armut der größte Killer, wenn es um die Gesundheitsvorsorge geht.“ Die Einführung einer solidarischen Bürgerversicherung sei daher überfällig. Fazit: „Wir müssen den Politikwechsel einleiten, andere werden es nicht tun.“

Reichlich Rückenwind versprechen sich die Grünen dabei von einem recht prallen Wahlkampfprogramm. Zwar habe Parteichefin Katrin Göring-Eckardt ihr geplantes Gastspiel in Aachen canceln müssen. In den nächsten Wochen haben sich aber prominente Politiker wie EU-Parlamentarier Sven Giegold, die Bundestagsabgeordneten Katja Dörner und Irene Mihalic sowie der streitbare schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck angesagt.

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