Die Grenzen von Liebe und Aggressivität

Von: Marie Eckert
Letzte Aktualisierung:
11733572.jpg
Stark in Ausdruck und Aussage: Die Tänzerinnen des Stückes „Pandora“ erzählen ihre Geschichte auf besondere Art. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Liebe, Hass, Radikalisierung und Gewalt – im Tanzstück „Pandora“ geht es heiß her. Am Samstag, 13. Februar, feiert das Stück in der Kammer im Theater Aachen Premiere. Die Erstaufführung ist schon ausverkauft, aber das Stück wird noch bis Ende April im Theater zu sehen sein.

„Um den Jahreswechsel 2014/2015 kam es zu einem plötzlichen Auftreten radikalisierender Jugendlicher, die sich im Namen einer politischen Idee oder eines religiösen Glaubens zum Kampf entschlossen – Stichwort Dschihad“, erklärte Dramaturgin Inge Zeppenfeld die Idee zum Stück. Man habe im Theater viel über das Thema geredet und sich dann entschieden, kein Stück mit Sprache, sondern ein Tanzstück auf die Beine zu stellen. „Wir wollen eher die Energie, die hinter der Radikalisierung steckt, darstellen“, sagte Zeppenfeld.

Als Darsteller wählte der Choreograph des Stücks, Joost Vrouenraets, vier Tänzerinnen mit vier unterschiedlichen kulturellen Hintergründen – auch um den Vorurteilen von nur radikalen Männern den Boden zu entziehen. „Oftmals erwartet man eben nicht, dass Frauen Gewalt ausüben können“, betonte Vrouenraets. „Im Stück geht es um die Motivation der jungen Leute, es stellt die Grenzen zwischen Liebe, Zuneigung, Gewalt und Aggressivität dar.“

Das Tanzstück ist in Kooperation mit dem Schrittmacher-Festival entstanden und beschreibt in seiner Spielzeit von rund 100 Minuten, was geschieht, wenn wir aus unseren alltäglichen Rollen fallen, was die Menschen manipuliert und ins Extrem treibt. Die Tänzerinnen Francesca Imoda, Mami Izumi, Roshanak Morrowatian und Anna Senognoeva übernehmen die Rollen im Stück.

„Packend und energetisch“

In vier Abschnitte teilen Zeppenfeld und Vrouenraets „Pandora“ ein, jeder mit einem eigenen Schwerpunkt. Zu Anfang lösen sich die Frauen aus dem Klischeebild und entfesseln ihre Energien – ob die positiv oder negativ sind, muss der Zuschauer selber entscheiden. Zwischendurch gibt es Momente der Annäherung und Entfernung, bevor sich zum Schluss, bildlich gesprochen, die Büchse der Pandora öffnet. Was dabei zum Vorschein kommt, kann ab kommendem Samstag jeder mit eigenen Augen im Theater sehen. „Das Stück ist packend, energetisch und kommt in einem kleinen Raum besonders zur Geltung“, sagte Zeppenfeld. „Die Kammer als Aufführungsort ist daher eine sehr gute Wahl.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert