„Die Gefahr ist nicht höher als anderswo”

Von: Stephan Mohne
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„Couven”-Schulleiter Adolf Bartz: „Es gibt Unruhe, aber keinesfalls Hysterie.” Foto: Harald Krömer

Aachen. Es war am vergangenen Freitag, als in einer Jungentoilette des Couven-Gymnasiums ein Schriftzug entdeckt wurde. Angekündigt wird für den kommenden Freitag ein Amoklauf. Konkret wird eine Lehrerin mit dem Tod bedroht - und alle weiteren Lehrerinnen und Lehrer, die sich dem Täter in den Weg stellen.

So hat es Schulleiter Adolf Bartz in einem Brief Eltern und Schülern des Gymnasiums an der Lütticher Straße mitgeteilt. Bei der Polizei meldeten sich daraufhin zutiefst besorgte Eltern und wollten wissen, was es mit dieser Drohung auf sich hat. Auch in der AZ-Redaktion gingen Anrufe ein.

Polizeisprecher Michael Houba sagt dazu auf Anfrage: „Nach unserem jetzigen Ermittlungsstand besteht für das Couven-Gymnasium keine höhere Gefahr als für alle anderen Schulen in Stadt und Kreis auch.” Will sagen: Die Polizei glaubt, dass es sich um eine leere Drohung handelt. So, wie es bei den sage und schreibe bislang 60 Amokdrohungen an Schulen in Stadt und Kreis alleine in diesem Jahr der Fall gewesen ist.

Am „Couven” wird es morgen jedenfalls normalen Unterricht geben. Das habe man sowohl mit der Bezirksregierung wie auch mit der Polizei abgestimmt, schreibt Schulleiter Bartz. Man wolle der „Absicht des Täters, Angst und Schrecken zu verbreiten, nicht zum Erfolg verhelfen”. Heute will Bartz alle noch einmal über den aktuellen Sachstand informieren.

Generell, so sagt er, habe er nicht von vornherein den Schulbesuch an diesem Tag freigestellt. Wenn Eltern aus Besorgnis ihren Kindern an diesem Tag den Schulbesuch nicht zumuten wollten, werde er das aber akzeptieren. Insgesamt gebe es natürlich Unruhe im Haus, aber keineswegs Hysterie. An besagtem Tag wird es erhöhte Sicherheitsmaßnahmen geben, der direkt angesprochenen Lehrerin will Bartz an diesem Tag keinen Unterricht zumuten.

Dem Täter hat der Schulleiter in dem Brief Strafmilderung angeboten, wenn er sich freiwillig stellt. Dieses Angebot hat der Schüler oder die Schülerin nicht angenommen. „Damit hat er sich selbst aus der Schulgemeinschaft ausgeschlossen”, sagt Adolf Bartz. Sprich: Wird er ermittelt, fliegt der Täter von der Schule.

Doch das ist nur die eine Seite. Auf den Täter beziehungsweise die Eltern kommen hohe Schadenersatzforderungen für den Polizeieinsatz zu. In einigen Fällen hat die Polizei dieses Jahr schon die Schuldigen ermittelt. Bis zu 14.000 Euro mussten sie anschließend zahlen. Und es folgt - so der Täter mindestens 14 Jahre alt ist - auch noch ein Strafverfahren wegen des Vorwurfs der Bedrohung.
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