Aachen - Die ganze ATG freut sich über den Heimsieg

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Die ganze ATG freut sich über den Heimsieg

Von: André Schaefer
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Mit Schwung ins Ziel: 2500 Sportlerinnen und Sportler gingen beim diesjährigen Winterlauf der ATG an den Start. Foto: Andreas Steindl
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Auch die junge Garde der ATG ging auf die Strecke: Frauke Bellard, Johanna Bracke, Viktoria Besten, Jana Dohmen Foto: Andreas Steindl
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Organisator Günter Drießen und sein Team sorgten für den reibungslosen Ablauf der Traditionsveranstaltung. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Vor acht Jahren hatte Günter Drießen ein letztes Mal die Laufschuhe geschnürt. Gemeinsam mit seinem damals 15-jährigen Sohn absolvierte der Leiter der Leichtathletik-Abteilung der Aachener Turngemeinde (ATG) seinen letzten 18 Kilometer langen Winterlauf. Am Sonntag waren es nach knapp zehn Stunden harter Arbeit ebenfalls gefühlte 18 Kilometer, die Drießen auf dem Gelände am Chorusberg zurückgelegt hatte. Allerdings ohne Laufschuhe.

Denn Drießen ist einer der Menschen, die es als Mitglied des Organisationsteams erst ermöglichen, dass stolze 2500 Sportbegeisterte jährlich bei Aachens Kultlauf an den Start gehen können. Am Sonntag feierte der ATG-Winterlauf seine 51. Auflage. Und die wird in die Geschichtsbücher des Veranstalters eingehen.

Doch der Reihe nach: Als Günter Drießen rund eine halbe Stunde vor dem offiziellen Startschuss etwas angespannt über die noch recht menschenarme Sportanlage lief, herrschte knapp 20 Kilometer weiter südlich zwischen Mulartshütte und Zweifall Aufregung pur. Gespannt warteten die Teilnehmer auf den Countdown; auf den Moment, auf den sie alle wochenlang hintrainiert hatten.

Auf den Moment, ab dem es für die meisten für mindestens über eine Stunde hieß: durchhalten und auf die Zähne beißen. „Für untrainierte Sportler ist diese Strecke sicher nicht geeignet“, weiß auch Drießen, dessen Anspannung erstmals ein wenig nachließ, als die gute Nachricht per Live-Schalte am Chorusberg durch die Lautsprecher dröhnte: „Der Start verlief ohne Probleme. Und die Technik scheint auch zu funktionieren“, strahlte Drießen.

Und wie! Mit ihrer technischen Ausstattung sorgte die ATG am Sonntag ohnehin für ein echtes Ausrufezeichen. Erstmals in diesem Jahr hatte man auf dem Sportgelände eine große Anzeigetafel installiert. Auf ihr wurden nicht nur der Zieleinlauf, sondern auch die Ergebnislisten übertragen. Zudem war stets dafür gesorgt, dass die Fans einen Eindruck über den aktuellen Stand des Laufs erhielten. Denn Philipp Nawrocki, eines der ATG-Aushängeschilder, fungierte aufgrund einer Erkältung diesmal nicht als Läufer, sondern als Streckenreporter.

Ein verständlicher Wunsch

Als Nawrocki nach gut 30 Minuten bekanntgab, dass ATG-Läufer Mussa Hudrog das Teilnehmerfeld anführe, strahlte Drießen über beide Ohren. „Ich wünsche dem Burschen den Sieg so sehr“, sagte der Organisationsleiter. Sein Wunsch war verständlich, schließlich war es seit 2007 keinem ATG-Mitglied mehr gelungen, den Winterlauf für sich zu entscheiden. Viel Zeit zum Daumendrücken blieb allerdings nicht. Der Weg auf der Zielgeraden musste frei gemacht werden, über 2000 Becher warteten darauf, mit heißem Tee gefüllt zu werden.

Und dann war er auch schon da, der Moment, als der erste Läufer um die Ecke bog und dem tosenden Applaus der zahlreichen Zuschauer entgegenlief. Noch viel wichtiger aus ATG-Sicht: Der Läufer trug ein rotes Shirt. Schnell war klar: Mussa Hudrog beschert der ATG in diesem Jahr einen Heimsieg!

Mit einer Zeit von 57 Minuten und 50 Sekunden lief Hudrog Günter Drießen direkt in die Arme. „Einfach toll, dass ich das geschafft habe“, strahlte der Sportler, der sich vor Gratulanten kaum retten konnte.

Der Leiter der Leichtathletik-Abteilung bereitete währenddessen bereits das Siegertreppchen vor, auf dem Kristina Ziemons vom DLC Aachen als schnellste Frau ganz oben stehen durfte. Drießens Anspannung war erst dann verflogen, als er wusste, dass alle 2500 Läufer wohlbehütet die Ziellinie passiert hatten. „Ein schöner Tag mit einem noch viel schöneren Ergebnis. Solche Momente bewegen einen immer wieder dazu, diesen positiven Stress hier auf sich zu nehmen“, sagte Drießen.

Man könnte auch sagen: Der positive Stress bewegt Drießen dazu, gefühlte 18 Kilometer zu laufen. Ohne Laufschuhe. Erneut im kommenden Jahr. Beim nächsten Winterlauf.

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