„Die Ereignisse“: Ein spannendes Theaterprojekt

Von: Angelina Boerger
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Haben „Die Ereignisse“ vorbereitet: Ludger Engels, Marion Simons-Olivier, Joachim Rosenberg und Oliver Held (von links). Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Wir wollten einen Chor gründen für alle Menschen dieser Stadt, egal woher sie kommen, egal woran sie glauben.“ Dieser Satz stammt aus dem Stück „Die Ereignisse“ des schottischen Dramatikers David Greig, doch auch Ludger Engels, der das Werk ab dem 2. Dezember auf die Bühne des Theaters Aachen bringt, würde diesen blind unterschreiben.

In dem Stück für zwei Darsteller und einen Chor geht es um Claire, eine liberal-humanistisch veranlagte Leiterin eines multikulturellen Chors aus Alten, Flüchtlingen, jungen Müttern und Arbeitslosen und um einen Jungen, der einen terroristischen Anschlag auf diesen Chor verübt. Die evangelische Pfarrerin macht sich daraufhin auf die Suche nach dem schmerzlichen „Warum“, denn die Ereignisse lassen sie nicht mehr los.

Für Inge Zeppenfeld, Chefdramaturgin des Theaters, kann das Stück gar nicht aktueller sein. „Nach all den schrecklichen Ereignissen in jüngster Vergangenheit, ist eins klar: Es kann uns alle treffen, jederzeit.“ Doch in dem Stück geht es nicht etwa um den Tathergang oder das Psychogramm des Täters. „Es geht viel mehr um die Frage, wie gehen wir menschlich damit um, dass wir jederzeit zum Opfer werden können?“

Das Besondere an der Inszenierung im Stadttheater ist vor allem die Rolle des Chors. Dieser wurde bis jetzt immer von bereits existierenden Chören gestellt, doch Engels möchte Claires Idee aufnehmen. Der bekannte Aachener Regisseur, der für seinen Grenzgang zwischen Musik und Schauspiel bekannt ist, ist fest davon überzeugt: Singen kann eigentlich jeder.

Deshalb möchte er gemeinsam mit den Aachener Chorleitern Joachim Rosenberg und Uli Mades in der ehemaligen Hauptschule in der Franzstraße, die zur Zeit eine Unterkunft für Geflüchtete ist, einen Bürger-Chor gründen. Willkommen sind alle Aachenerinnen und Aachener, die Lust haben, regelmäßig zu singen. Ob es sich dabei um Chorsänger, Hobbymusiker, Volksmusikfans oder Rapper handelt, sei ganz egal.

„Es soll ein Ort geschaffen werden, an dem sich jeder so einbringen kann, wie er möchte.“ Deshalb habe auch David Greig keine Musik für sein Stück vorgegeben, denn die Chöre sollen das singen, was sie an Repertoire mitbringen.

Dennoch möchte er eins klar stellen, es geht nicht darum, einen Flüchtlingschor auf die Bühne zu stellen. „Es soll, wie auch in dem Stück, ein Chor aus Bürgern sein und dazu gehören nun mal alle Menschen, die in dieser Stadt Zuhause sind, selbst wenn sie neu dazugekommen oder nur für eine begrenzte Zeit hier sind. Denn Musik funktioniert über alle Grenzen hinaus. Sie ist ein Kommunikator und ein Verbindungsstück zwischen den Kulturen.“

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