Die „Eintagsfliege“ Tropi-Garde feiert vier mal elf

Von: Gerd Simons
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„Familienfoto“ vor der heimischen Josefskirche muss sein: Die Tropi-Garde setzt auch im 44. Jahr ihres närrischen Bestehens auf den besonderen Zusammenhalt. Foto: Tropis

Aachen. Die Tropi-Garde ist im Oecher Fastelovvend ein Markenbegriff. Seit 4x11 Jahren sind die Karnevalisten aus dem Ostviertel, die in der katholischen Pfarrgemeinde St. Josef gegründet wurden, im jecken Einsatz und überraschen immer wieder mit neuen und bunten Ideen – fernab des herkömmlichen Vereinskarnevals.

„Die Tropi-Garde ist eine große Familie, in der sich die Mitglieder schon seit Jahren kennen und im Kollektiv unter dem Dach der Pfarrgemeinde im Josefshaus einfach urwüchsigen und eigenständigen Karneval feiern“, erklärt Generalin Sarah Siemons das Phänomen Tropis.

Und diese Eigenständigkeit ist auch einer der Gründe, warum die vier Karnevalssitzungen, die in Eigenregie und mit eigenen Kräften gestaltet werden, immer im Eilzugtempo ausverkauft sind. Sarah Siemons: „Wir stellen unsere Karnevalssitzungen, die im dann passend dekorierten Josefshaus stattfinden, immer unter ein Motto, das die Rahmenhandlung bildet und in der eine Geschichte in Mundart erzählt wird – in diesem Jahr mit großem Erfolg „Lissy – Schicksalsjahre einer Oecherin“. Darin eingebettet sind dann die Auftritte der Garde-eigenen Gesangs-, Rede- und Tanzgruppen.

Die Tropi-Garde wollte laut Siemons nie ein eingetragener Verein oder Mitglied im Festausschuss Aachener Karneval werden. Sie legt Wert darauf, eine „Abteilung“ und ein wichtiger Teil der Pfarre St. Josef zu sein. Stars wie die „Vier Amigos“, Josef, Jupp und Jüppchen und Manfred Savelsberg sind in St. Josef groß geworden, konnten sich dort entwickeln und sind nun Spitzen des Fastelovvends. Sie kehren immer wieder ins Josefshaus zurück und sind ein Teil der besagten, längst stadtbekannten Familie.

Gegründet wurde die Tropi Garde von Hubert „Jüppchen“ Krott, Marlene und Manfred Savelsberg, Hedi und Hubert Minten sowie von Lisa und Albert Gehlen. Aus der Idee, in der Pfarre auch schönen Karneval zu feiern, ist eine Institution geworden, die auch viele Thouet-Preisträger hervorgebracht hat.

Das Ur-Outfit der Tropis stammt vom Lütticher Flohmarkt und besteht aus einem Tropenhelm der belgischen Colonialmacht, einem grünen Hemd, schwarzer Hose, weißen Socken, Sockenhalter, einem roten Halstuch, einer Zahnbürste am Helm und einer Klobürste – ein echter Hingucker. Erster Tropi-General war Hubert Crott, gefolgt von der Doppelspitze Uwe Brandt und Ägid Lennartz, dann Uwe Brandt alleine und jetzt seit einigen Jahren Sarah Siemons.

„Bei der Gründung der Garde wurde Hubert Krott von hochrangigen Aachener Karnevalsfunktionären mit auf den Weg gegeben, das die fast mit einer Revolution zu vergleichenden Gründung der Tropis und die Anarchie gegen den normalen Karneval nicht gut gehen kann und die Tropis eine Eintrittsfliege seien“, erzählt Sarah Siemons. Und diese Eintagsfliege ist seit 44 Jahren mit tollen und innovativen Ideen als große närrische Pfarrfamilie in Aachen unterwegs.

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