Die Campusbahn soll 2018 auf die Schiene

Von: Albrecht Peltzer
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So könnte es ab 2018 oder 201
So könnte es ab 2018 oder 2019 aussehen: Die Campusbahn fährt aus Brand kommend über den Templergraben Richtung Westbahnhof und weiter zum Klinikum.

Aachen. Wagen wir einmal einen Blick nach vorne. Reine Theorie - aber nicht gänzlich unwahrscheinlich. Es ist Juli 2018, vielleicht auch 2019. Der Oberbürgermeister - wahlweise natürlich auch die Oberbürgermeisterin, der Vorstand der Aseag, die Dezernentenriege und der Stadtrat werfen sich in Schale. Jungfernfahrt ist angesagt. Mit der Campusbahn.

Einstieg in Brand auf der Trierer Straße, mit Sekt und Schnittchen beladen geht Tel.via Kaiserplatz, Bushof und Grabenring zum Campus der TH und weiter zum Klinikum. Die Menschen strahlen, Aachens ÖPNV ist zu einem Großteil auf die Schiene gesetzt, SPD, Grüne, Piraten, Linke und CDU freuen sich wie Bolle - nur die FDP schmollt. Sie war als einzige von Beginn an gegen die Bahn - schon wieder auf der Verliererseite...

Plaudert man in diesen Tagen mit den Verfechtern des Bahnprojektes, dann ist diese leise Hoffnung zu spüren, dass obiges Szenario nach Möglichkeit noch persönlich erlebt wird. Kommt die Campusbahn wirklich? Es gibt wie immer vor den Beschlussfassungen mehr Fragezeichen als Antworten. Fest steht: Ein erster Schritt ist getan.

Die Bahn (Investitionsvolumen 235 Euro) ist zur Förderung bei Land und Bund angemeldet. Ende des Jahres wird in Düsseldorf und dann in Berlin entschieden, ob der Bau subventioniert wird. Bis zu 85 Prozent der Trassenkosten von Brand bis zum Klinikum - Baukosten 130 Millionen Euro - sollen von Land und Bund übernommen werden.

Stadt und Aseag üben sich da in Optimismus. Obwohl Planungsdezernentin Gisela Nacken und Aseag-Vorstand Michael Carmincke wissen, dass die Konkurrenz groß ist. Vor allem im Ruhrgebiet soll mächtig in die Infrastruktur des ÖPNV investiert werden. Dennoch: Dass Gelder ins Dreiländereck fließen, halten die Aachener für eher wahrscheinlich. Gäbe es ein „Nein”, wäre das Bahnprojekt allerdings beerdigt.

Die Zusage zur Finanzierung vorausgesetzt, muss der Rat dann die Signale stellen. Anfang 2013 könnte das sein. Es gilt als sicher, dass sich eine breite Mehrheit für die Bahn positioniert. Weil dies großer Konsens ist: Aachen brauche eine Stadtbahn, weil nur so noch mehr Aachener auf den ÖPNV umsteigen. Derzeit liegt der Anteil bei 14 Prozent aller Verkehrswege, in Städten mit Stadtbahn - Beispiel Freiburg - geht man locker über die 20 Prozentgrenze. Ohne Bahn, so sagt Michael Carmincke, ist die Kapazität der Aseag bald ausgeschöpft.

Dieses Jahr werden 66 Millionen Fahrgäste befördert - Tendenz steigend. Breiter politischer Konsens ist auch der Annahme sicher, dass eine Bahn in Aachen machbar ist, dass sie sich ohne große Probleme in das Stadtbild einfügt, dass der Individualverkehr nicht unzumutbar verdrängt wird. Carmincke meint: „Das passt zusammen.”

Gibt auch der Stadtrat grünes Licht, wird die Planung intensiviert. Wie genau verläuft die Trasse, wie wird der Verkehrsraum aufgeteilt wie passt man die verschiedenen Verkehrsarten aufeinander an. Welche Straßen müssen mit welchem Aufwand umgebaut werden. Laut Regina Poth vom Planungsamt ist der bauliche Aufwand zum Beispiel an der oberen Trierer Straße wesentlich geringer als auf dem Adalbertsteinweg.

Die Trierer Straße ist in perfektem Zustand, dort muss „lediglich” der Gleiskörper eingebaut werden. Andere Straßen müssen für vor dem Trassenbau gründlicher saniert werden. Arbeiten, die allerdings auch ohne Bahnprojekt fällig würden. Mitte nächsten Jahres dann könnte das sogenannte Planfeststellungsverfahren starten. Zwei Jahre veranschlagt man dafür, so dass optimistisch davon ausgegangen werden kann, dass Ende 2016, Anfang 2017 die Bagger anrollen. Die Bahn könnte dann 2018 oder 2019 endgültig auf die Schiene gesetzt werden.

In größtmöglicher Offenheit, in breitem Dialog mit dem Bürger, mit einer wahren Kommunikationsoffensive wollen Stadt und Aseag das Projekt weiterverfolgen. Transparenz vor allem auch darüber, welche Kosten entstehen werden, it angesagt Neben der Trasse (130 Millionen) kommen noch Kosten für den Betriebshof und die Fahrzeuge hinzu. Der Betrieb einer Stadtbahn und eines darauf angepassten Bussystems würde das jährliche Defizit der Aseag von derzeit jährlich 19 bis 20 Millionen Euro um vier bis sechs Millionen Euro im Jahr erhöhen.

Geld, was nach Meinung der Befürworter in Sachen ökologische Entwicklung der Stadt, in Sachen Energiewandel und in Sachen technologische Entwicklung der Wissenschaftsstadt Aachen bestens angelegt ist. Verwaltung und Aseag glauben, dass die Bahn eine sehr gute Chance hat. Zumal potente Befürworter auch außerhalb der Politik - zum Beispiel die IHK - hinter dem Projekt stehen.
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