Aachen - Die Bibliothek soll ein cooler Treffpunkt werden

Die Bibliothek soll ein cooler Treffpunkt werden

Von: Andreas Cichowski
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Aachen. Kinder lesen viel. Doch im Jugendalter tritt oft das klassische Lesen von Büchern in den Hintergrund. Jugendliche chatten, nutzen WhatsApp und dergleichen, treffen sich mit Gleichaltrigen und „chillen“ im Park. „Rund 40 Prozent aller Grundschüler sind Kunden der Bibliothek“, behauptet der Leiter der Stadtbibliothek Aachen Manfred Sawallich, „doch nur ein geringer Prozentsatz der 12 bis 25 Jährigen.“

Und um genau diese Gruppe geht, die die Stadtbibliothek nun mit einem neuen Projekt erreichen und wieder für Nutzung von Bibliotheken gewinnen möchte. Die Bibliothek sei einer der „wichtigsten schulischen Lernorte überhaupt und nicht nur ein Ort der Unterhaltung“, so Sawallich. „Wir planen einen Bereich, in dem du mit anderen deine Freizeit verbringen möchtest. Es soll ein Treffpunkt für euch mitten in der Stadt werden!“, heißt es auf dem Flyer.

Um mehr über die Wünsche und Vorstellungen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erfahren und diese in das Konzept mit einfließen zu lassen, startet die Bibliothek jetzt in Zusammenarbeit mit der städtischen Online-Redaktion eine digitale Umfrage. Doch Mitarbeiterin Helma Dittrich weiß: „Jugendliche sind nicht interessiert, Fragebögen auszufüllen“. Ihre Kollegin Silvia Schnitzler ergänzt: „Wir wollen nicht nur die Jugendlichen haben, die ohnehin schon die Bibliothek nutzen“. Daher kann die anonyme Online-Umfrage über einen QR-Code auf Flyern und Plakaten aufgerufen werden, welche mithilfe der Bezirksschülersprecher an alle Schulen verteilt wurden. Auch Facebook wird zur Verbreitung genutzt und der Link kann ganz einfach über WhatsApp verschickt werden, also genau die modernen Medien, die Jugendlichen ohnehin schon nutzen.

Besonders interessant für das Konzept ist das Freizeitverhalten, Mediennutzung, sowie Wünsche zur Ausstattung einer Jugendbibliothek, die vor allem Aufenthaltsqualität bieten soll. „Jugendliche möchten einen Ort haben, an dem sie sich treffen können“, berichtet Dittrich. Weil Jugendliche sich selber von den Kindern abgrenzen, jedoch noch nicht zu den Erwachsenen gehören, brauchen sie hierfür einen eigenen Raum. „Wir haben bestimmte Räume in der Stadtbibliothek im Visier“, erzählt Sawallich. Doch was die Ausstattung angeht, hofft er auf die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen, welche im hohen Maß an der Verwirklichung des Konzeptes beteiligt werden sollen. Sawallich selber ist für alles offen: „Wir sind die letzten, die die Jugendlichen bremsen, sonst kommen Ideen gar nicht zu Tage.“ Zur Ausstattung gehören dann auch sicherlich ein Kicker- und ein Billardtisch.

In Oberhausen Münster und Düren bestehen Jugendbibliotheken bereits und zeigen positive Resonanz. Auch das „Maker Space“ in Köln bietet viele Möglichkeiten, wie zum Beispiel Filme zu drehen. „Das Buch bleibt eben nicht das einzige Medium“, meint Dittrich, hofft aber, dass das Buch weiterhin seine Berechtigung haben wird. Eine Umsetzung in Aachen könnte dann in 2017 erfolgen.

Doch bis das Projekt so richtig anlaufen kann, heißt es teilen, teilen, teilen. Die Umfrage ist seit letzter Woche online und die Anteilnahme ist da“, berichtet Dittrich. An der Umfrage teilnehmen kann man auf www.stadtbibliothek-aachen.de (auf der Startseite auf den Bereich „We want you.

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