Die „Automeile” wird nicht länger

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Da platzte dem SPD-Planungspolitiker Norbert Plum der Kragen. Es war schon zu vorgerückter Stunde im Planungsausschuss, als noch ein zunächst wenig aufregend erscheinendes Thema auf der Tagesordnung stand.

Dabei ging es um den „Bebauungsplan Neuenhofstraße/Fringsbenden”. Inhalt: eine Erweiterung des Gewerbegebiets Eilendorf-Süd - in diesem Bereich auch „Automeile” genannt - in Richtung Madrider Ring. Eigentlich sollte hier nach ungefähr acht Jahren der Vorarbeit und Diskussion nun die Offenlage beschlossen werden - der letzte Schritt vor dem Satzungsbeschluss und der Rechtskraft des Plans.

Doch daraus wurde nichts. CDU-Sprecherin Maike Schlick bekundete überraschend, dass man nunmehr die Einstellung des Verfahrens beantrage. Alle Pläne wären ein Fall für den Papierkorb.

Bezirk einhellig gegen Ausbau

„Das kann einfach nicht wahr sein”, ärgerte sich dementsprechend SPD-Mann Plum. Seit Jahr und Tag sei man hier mit der CDU im Rat auf einer Linie gefahren. Da fragte sich Plum dann doch, „was das nun soll”. Seit jeher sind die Grünen aus ökologischen Erwägungen heraus gegen die neuerliche Erweiterung der „Automeile”. „Als wir mit den Grünen in der Ratsmehrheit waren, haben wir trotzdem mit der CDU dafür gestimmt. Die CDU scheint sich das jetzt aber gegen die Grünen nicht zu trauen”, so Plum.

Maike Schlick nannte am Freitag auf Anfrage allerdings einen anderen Grund für den Rückzieher: „Das ist ein Wunsch aus dem Bezirk Eilendorf. Unsere Leute haben gesagt, dass diese Erweiterung nicht mehr gebraucht werde.” Dem folge auch die Ratsfraktion. Allein: Die Eilendorfer CDU war schon lange gegen die Erweiterung - was die Ratsfraktion ebenso lange wenig interessierte. Andererseits: Die Eilendorfer Bezirksvertretung stimmte am Dienstag einstimmig gegen den Bebauungsplan - auch mit den Stimmen der SPD. Da sind also Bezirk und Fraktion auch heute noch weit auseinander.

Norbert Plum allerdings sieht in der Nichtbebauung der dortigen städtischen Flächen einen herben Verlust. Rein finanziell betrachtet hat er da recht. Die Flächen umfassen ungefähr 15.000 Quadratmeter, die möglicherweise etwa anderthalb Millionen Euro in die Stadtkassen spülen würden. Außerdem hat die Stadt im Vorgriff auf die Erweiterung dort bereits ein Mehrfamilienhaus gekauft.

Beschlossen worden ist am Ende übrigens nichts. Das Thema wird noch einmal am 30. September im Ausschuss behandelt. Zu rechnen ist damit, dass CDU und Grüne die Pläne dann endgültig ad acta legen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert