Die alten Griechen putzen sich für junge Pächter heraus

Von: Robert Esser
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Weiß belebt: 1971 blühte im
Weiß belebt: 1971 blühte im Maastrichter Hof an der Roermonder Straße das „Dinosaurus” auf. Jetzt soll ein Bistro folgen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Noch riechts mehr nach Farbe als nach frischem Kaffee. Und doch bleibt im „Café Extrablatt” am Markt - ein knappes Jahr nach der plötzlichen Schließung - (fast) alles beim Alten.

Systemgastronom Luigi Colangiuoli, der nebenan das „Tijuana” betreibt, hat eine neue Pächterin gefunden. Sie will spätestens zum Jahreswechsel wieder öffnen. Das Café wurde frisch gestrichen, aufgemöbelt - und ein Wintergarten angebaut. Der Vorgänger habe 2010 monatelang weder Pacht noch Mitarbeiter bezahlt, erzählen die Betreiber. Nun wolle man an alte Erfolge anknüpfen und die gastronomische Lücke vor dem Rathaus endlich wieder schließen, heißt es.

Weiße Farbe dominiert auch am Maastrichter Hof an der Roermonder Straße. Vor 30 Jahren hatte dort der Vater von Alexander Georgiatis das „Dinosaurus” mitgegründet und über Jahrzehnte griechische Speisen unter das Aachener Studentenvolk gebracht. Im Januar 2009 war Schluss. Dann startete Georgiatis die Sanierung des maroden Bauwerks. „Gerade haben wir die Decke über dem ehemaligen Restaurant neu gegossen, nun wird der Innenraum in Schuss gebracht”, erklärt der junge Grieche. „Ein Bistro passt hier perfekt hin - vor allem für Leute, die dem Trubel der Pontstraße entfliehen wollen”, freut er sich auf die gastronomische Wiedergeburt des traditionsreichen Eckbaus.

Griechische Wurzeln besaß ebenso „Theos Pinte”, an die sich nicht nur Bewohner der Jakob-straße gerne erinnern. Die gemütliche Kneipe musste später diversen Restaurant-Konzepten weichen. Jetzt haben die „Ur-Jakobiner” Sabine und Thomas Dresse das bekannte Lokal mit der Hausnummer 94 übernommen. Auf „Toms Restaurant” tauften sie das komplett überarbeitete Geschäft. Küche, Karte, Interieur - alles neu.

Neuen Glanz versprüht ein Kultlokal an der Ecke Moltke-/Bismarckstraße im Frankenberger Viertel. Dort hatte man im „Kalymnos” 2006 nach 25 Jahren das letzte Gyros serviert. Vermieter Manfred Noll ließ das Objekt gründlich entkernen und wieder herrichten - die Pächtersuche läuft. Genauso wie im ehemaligen Limburger Hof. Das Restaurant inklusive Hotel am Templergraben wartet noch auf finanzkräftige Investoren. Die geplante Langzeitstraßenbaustelle vor dem RWTH-Hauptgebäude erleichtert die Nachfolgersuche allerdings kaum.

Fündig wurde ein Cocktailbar-Betreiber unterdessen an der Theaterstraße 48. Dort lädt das „Jewels” an Wochenenden neuerdings bis 3 Uhr morgens in eine exklusive Lounge ein. Und hier riechts - dank Zigarren-Bar - nicht nach Piña Colada, sondern nach Rauch.
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