Die alte Schule ist endlich das neue Rathaus

Von: Rolf Hohl
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Das Haarener Bezirksamt mit der Bezirksverwaltung residieren nun dort: i n den neuen Räumen der alten Schule in der Germanusstraße. Nach mehr als 66 Jahren finden Sitzungen und Entscheidungen nun zwischen Kirche und Jugendheim Regenbogen statt. Foto: Ralf Roeger
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Erleichtert, dass der Umbau nun vollendet ist: Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten spricht zu den Gästen der Eröffnung.

Haaren. Vom alten Bezirksamt in die neuen Räume in der alten Schule: Was irgendwie kurios klingt, fand am vergangenen Samstag in Haaren mit etwas Verspätung endlich statt. Das Bezirksamt und die Bezirksverwaltung sind von der Alt-Haarener-Straße in ihr neues Domizil in der Germanus-straße umgezogen.

Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten und den anderen Beteiligten war die Erleichterung anzumerken, denn der Umbau der ehemaligen Schule ging nicht ganz reibungslos vonstatten.

„Der Zahn der Zeit hat am alten Gebäude seine Spuren hinterlassen und uns dazu bewegt, in die nun barrierefreie Germanusstraße umzuziehen“, sagte Corsten bei der Eröffnungsfeier. Tatsächlich hatte das alte Bezirksamt lange Zeit seine Dienste getan: Über 66 Jahre hat es viele Sitzungen und Entscheidungen erlebt, aber immer weniger war es den Anforderungen eines zeitgemäßen Verwaltungsgebäudes gewachsen.

Der Bezirksbürgermeister zeigte sich deshalb zufrieden mit den neuen Räumlichkeiten, eingebettet zwischen der Kirche und dem Jugendheim Regenbogen. „Wie man sieht, lässt sich Tradition und moderne Funktionalität sehr gut verbinden“, so Corsten. Nun gelte es nur noch, die Bezirksämter weiter mit Leben zu füllen.

Der Umzug musste letztlich einfach gelingen, denn nach mehreren Verzögerungen beim Umbau und steigenden Kosten war die Begeisterung über den neuen Standort mancherorts schon etwas gedämpft.

Teurer als geplant

Auch Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp wollte zu diesem Thema nicht weiter ins Detail gehen. „Über Kosten und Zeitplan wollen wir heute nicht mehr reden. Denn jeder, der schon einmal mit Denkmalschutz zu tun hatte, weiß, dass da immer etwas dazwischenkommen kann“, sagte er in seiner Ansprache. Es sei zwar ein bisschen mehr geworden, als er 2010 bei der Entscheidung zum Umzug angestoßen habe, aber jetzt sei es genau richtig so. Schließlich solle auch Haaren ein „schönes Rathaus“ bekommen, wie es damals seitens der Stadt hieß.

Philipp betonte außerdem die wichtige Rolle der Bezirksverwaltungen bei der Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge, die derzeit in Aachen versorgt werden. „Nach dieser Welle der Hilfsbereitschaft wird es bald auch um die Integration dieser Menschen in die Gesellschaft gehen, und dazu brauchen wir stabile politische Strukturen.“ Solche Anlaufpunkte seien daher für die Bevölkerung wichtig, um die vorherrschende positive Grundstimmung aufrecht zu erhalten.

Vor dem Hintergrund dieser kommenden Herausforderungen waren die Strapazen um das neue Bezirksamt schnell vergessen und auch bei den Gästen herrschte eine versöhnliche Stimmung vor. Vermutlich hätten die meisten dem technischen Leiter des Gebäudemanagements, Klaus Schavan, zugestimmt, als er bei der Schlüsselübergabe sagte: „Es war nicht preiswert, aber es war seinen Preis wert.“

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