Dialog über die Rolle von Stadt und Hochschulen

Von: Robert Baumann
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Kluge Köpfe” an die Hochschulen zu binden wird in Zukunft immer schwieriger. Zu groß ist die Konkurrenz unter den Universitäten, nicht zuletzt wegen des demografischen Wandels.

Dass große Campusprojekte, wie die drei der RWTH in Aachen-Mitte, -West und auf Melaten, einen zunehmend wichtigen Faktor spielen werden, davon ist Hans-Dieter Collinet, Vorsitzender des Fördervereins „aachen_fenster - raum für bauen und kultur” überzeugt. „Die stadträumlichen und architektonischen Qualitäten werden immer wichtiger, um Professoren und Studenten an die Hochschule zu binden”, betont Collinet. „In Aachen haben wir mit den Campusprojekten eine besondere Chance, weil sie nicht nur isoliert auf der Grünen Wiese liegen, sondern sich als Chronologie aus der Stadt heraus entwickeln”.

Und weil auch andere Universitätsstädte große Campusprojekte auf den Weg bringen, und dadurch beachtliche stadträumliche und sozioökonomische Entwicklungen zu erwarten haben, lohnt ein Blick hinüber zu anderen Hochschulen.

Mit der Veranstaltungsreihe „Campus im Vergleich” organisiert der Förderverein im Schulterschluss mit der Initiative Aachen einen Erfahrungsaustausch mit zehn anderen Universitätsstädten. Auf insgesamt sechs Veranstaltungen (siehe Info) werden Professoren, Baudezernenten und Architekten aus Deutschland und den Niederlanden im Super C am Templergraben über die Bedeutung und Rolle von Universitäten für die Städte und umgekehrt diskutieren.

Es sei wichtig, die Interessen der Stadt und ihrer Bürger mit denen der Hochschule in Einklang zu bringen, argumentiert der Förderverein. Zentrale Fragestellungen der Veranstaltungsreihe sind unter anderem: Wie ist die Bedeutung der Universität in der Stadt in stadträumlicher, kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht? Welche Zielsetzungen sind mit Blick auf Energieoptimierung und Klimawandel formuliert? Und: Welche Finanzierungsmodelle gibt es für die großräumigen Entwicklungen?

„Wir sind sehr daran interessiert, was andere Universitätsstädte planen. Durch den Diskurs können wir lernen, wie wir unserem gesellschaftlichen Auftrag besser nachkommen können. Interessant wird sein, welches wirtschaftliche Potenzial wir aus der Hochschule ziehen können”, freut sich Günther Schuh, Geschäftsführer der RWTH-Campus-GmbH auf einen spannenden Dialog.

Viel verspricht sich Hans-Dieter Collinet vor allem von der Diskussion mit Wytze Partijn, ehemaliger Reichsbaumeister Niederlande, Baumeister des Campus und Stadtbaumeister der Stadt Delft. „Die Niederländer haben es immer geschafft, privates und öffentliches Kapital zusammenzuführen, und das bei hoher Qualität”, sagt Collinet. Und auch auf die Antworten von Professor Kerstin Gothe aus Karlsruhe zu Fragen nach der Studentennutzung von Uni-Räumen und die Bedeutung von Aufenthaltsqualität für die Lernenden, ist Collinet gespannt.

Die öffentliche Veranstaltungsreihe, die unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Marcel Philipp und RWTH-Rektor Professor Ernst Schmachtenberg steht, startet am Montag, 5. Dezember, zum Thema „Welche Universität braucht die Stadt, welche Stadt braucht die Universität?”

Alle Veranstaltungen sind öffentlich und finden jeweils um 19.30 Uhr im Super C, Templergraben 57, statt.

Die Reihe startet am Montag, 5. Dezember, zum Thema „Welche Universität braucht die Stadt, welche Stadt braucht die Universität?”

Die weiteren Diskussionen finden mit folgenden Universitätsstädten statt: Hamburg und München am 16. Januar 2012, Göttingen und Heidelberg am 13. Februar, Karlsruhe und Delft am 12. März, Frankfurt und Ulm im April (genauer Termin steht noch nicht fest), Zürich und Wien am 21. Mai.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert