„Dialog in Deutsch“: Lockerer Talk mit hohem Wert für Integration

Von: Marie Eckert
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Reden und kennenlernen: Elke Ehlen (Service Stadtteilbibliothek), Dezernentin Susanne Schwier, Ursula Clasen-Siemon (Ehrenamtlerin), Manfred Sawallich (Leiter Stadtbibliothek) und Gabriele Holthoff (Ehrenamtlerin, von links) überzeugten sich vom Sinn des "Dialogs". Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die Idee von „Dialog in Deutsch“ ist schon herumgekommen: von Hamburg bis in die Stadtbibliothek Aachen. Das Ehrenamtsprojekt zielt auf Erwachsene mit Migrationshintergrund, die einfach nur reden möchten. Es geht bewusst nicht darum, einen weiteren Deutschkurs anzubieten, sondern Kontakte zu knüpfen und ins Gespräch zu kommen.

Seit einem Jahr gibt es in Aachen vier solcher Gesprächsgruppen, drei in der Stadtbibliothek in der Couvenstraße, einen in der Stadtteilbibliothek im Depot Talstraße. Über 1200 Besuche wurden bei den gut 150 Treffen schon gezählt, zu Gast sind Menschen aus aller Welt. Nicht nur Flüchtlinge, die in der Regel schon an einem Integrationskurs teilgenommen haben, kommen zum „Dialog in Deutsch“, auch Studenten und Menschen mit Migrationshintergrund, die schon seit Jahren in Deutschland leben.

Das Besondere: Das Angebot ist absolut ungezwungen und niederschwellig. Es gibt keine Anmeldung, keine Kosten, keinen Ausweis für die Bibliothek, keine Anforderungen oder Voraussetzungen. Man kann, je nach eigenem Belieben, viermal die Woche an den Gesprächen teilnehmen, sporadisch oder auch nur einmalig.

Die Gruppenleitung übernehmen dabei 15 geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter, die Themen vorgeben, das Gespräch führen, in kleinere Gruppen unterteilen. Kochrezepte, Beruf, Freizeit und aktuell Ostern – die Themen sind breit gefächert. Wichtig ist die offene und lockere Atmosphäre, nicht, der Sprache den letzten Schliff zu verpassen, sagte Jugend- und Kulturdezernentin Susanne Schwier.

Anne Lohe, Leiterin des Servicebereichs Erwachsenenbibliothek, lernte bei einem Praktikum in Hamburg das Modell „Dialog in Deutsch“ kennen – und brachte die Idee mit nach Aachen. „Oft haben Zuwanderer nach einem Sprachkurs wenig Training im Alltag“, erklärte sie. „Ich fand es einfach toll, wie aktiv die Dialog-Gruppe in Hamburg war.“ Die Teilnehmer der Gruppen setzen sich oft wieder neu zusammen, das Deutschniveau ist also unterschiedlich. Eine große Herausforderung – und trotzdem würden alle Beteiligten gern um einen weiteren Termin aufstocken, Freitagnachmittag zum Beispiel, wenn es denn die ehrenamtlichen Kapazitäten zulassen.

„Dialog in Deutsch“ soll Zuwanderern die Möglichkeit geben, in lockerer Atmosphäre zu sprechen und Kontakte zu knüpfen, es handelt sich dabei nicht um Deutschunterricht. Kostenlos und ohne Anmeldung zu folgenden Terminen: dienstags12 bis 13 Uhr (Stadtbibliothek Couvenstraße), mittwochs16.45 bis 17.45 Uhr (Stadtbibliothek Couven-straße), donnerstags 17.30 bis 18.30 Uhr (Stadtbibliothek Couvenstraße), freitags10 bis 11 Uhr (Stadtteilbibliothek Depot Talstraße).

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