Diagnose kommt per Bildschirm

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Überzeugende Präsentation: Prof. Dr. Gernot Marx erläuterte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze die Funktionsweise der Telemedizin im Klinikum. Foto: Stephan Rauh

Aachen. Herrn Schmitz geht es nicht gut. Kopfschmerzen hat er und Fieberschübe, der Kreislauf ist nicht stabil. Im Krankenhaus Jülich liegt er auf der Intensivstation. Trotzdem kommt er in den Genuss all des Wissens und der Erfahrung, die das Uniklinikum Aachen vorweisen kann. Telemedizin macht es möglich.

Die Klinikums-Ärzte sitzen im 7. Stock des charakteristischen Baus in Melaten und konferieren mit ihren Kollegen in Videokonferenzen direkt am Krankenbett. Sie haben Einblick in die Krankenakte und können auch mit dem Patienten sprechen.

Ein „Ort des Fortschritts“ ist das – meint die Landesregierung. Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) kam nun nach Aachen, um das Telemedizinzentrum des Uniklinikums als solchen auszuzeichnen. 144 Projekte aus allen Bereichen der Gesellschaft hatten sich in diesem Jahr im „Wettbewerb fantastischer Ideen“, so die Ministerin, um diesen Titel beworben. 31 konnten überzeugen. „Das Telemedizinzentrum ist eine Antwort auf die Herausforderungen der Demografie“, erläuterte Schulze. „Denn immer mehr Regionen stehen ohne umfassende ärztliche Versorgung da. Die Telemedizin kann da eine Lösung sein. Sie bringt hochqualifizierte Versorgung in die Fläche.“

In Aachen ist die Telemedizin bereits der Projektphase entwachsen: Der telemedizinische Notarzt – angesiedelt in der Rettungsleitstelle der Feuerwehr – ist seit gut einem Jahr in den Regelbetrieb übergegangen. „In Aachen hatten wir ohnehin im Bundesvergleich eine geringe Notarztquote von etwa 30 Prozent“, berichtete Professor Rolf Rossaint, Klinikdirektor der Anästhesiologie, dass nur in jedem dritten Fall ein Notarzt mit ausrückt. „Die konnten wir durch den Einsatz des Telenotarztes noch weiter senken und zugleich das System sicherer machen.“

Die meiste Überzeugungsarbeit mussten die Projektverantwortlichen nicht bei den Patienten, sondern beim Sanitätspersonal leisten. „Jetzt verstehen es die Kollegen aber vor allem als Aufwertung ihrer Arbeit, denn sie übernehmen unterstützt vom Telenotarzt Aufgaben, die eigentlich Medizinersache sind.“ Auch die Teleintensivmedizin ist in Zusammenarbeit mit dem St. Elisabeth Krankenhaus in Jülich und dem Franziskus-Hospital in Aachen in den Regelbetrieb übergegangen. Noch in der Erprobung stecken die Bereiche „Telemedizin bei Herzschwäche“, die zur Überwachung von Herzpatienten eingesetzt wird, sowie die „Traumamedizin“, bei der in enger Kooperation mit anderen Einrichtungen die passgenaue Rehabilitation vorbereitet wird, noch ehe der Patient das Klinikum verlässt.

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