DHS: Vieles deutet auf Eintrachtstraße hin

Von: Stefan Herrmann
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Trotz massiven Widerstands: Müssen die 180 Schüler der David-Hansemann-Realschule im Sommer in die Eintrachtstraße ziehen? Aachens Politiker fällen morgen im Rat eine endgültige Entscheidung. Foto. Michael Jaspers

Aachen. Der Rat hat am Mittwoch das letzte Wort: Wohin geht die Reise der auslaufenden David-Hansemann-Realschule (DHS)? Oder bleibt doch, wie am vergangenen Donnerstag von der Schulkonferenz vehement gefordert, alles beim Alten und die 180 Realschüler können auch im kommenden Jahr am Standort Sandkaul-straße 12 bleiben?

Die Politiker der Fraktionen gehen mit reichlich Magenschmerzen in die entscheidende Abstimmung. Trotzdem: Bisher deutet alles darauf hin, dass sich die Mehrheit für einen Umzug der Realschule in die Eintrachtstraße aussprechen wird.

„Die Entwicklung der letzten Tage ist äußerst ungünstig“, gibt Peter Tillmanns, schulpolitischer Sprecher der CDU, unumwunden zu. Viele Fehler seien in den vergangenen Monaten gemacht worden. Die Zuspitzung der Lage gefällt Tillmanns überhaupt nicht. „Ich halte es für falsch, dass die Politik nun über den Kopf der Schule hinweg eine Entscheidung treffen muss.“

Seit vergangenen Freitag laufen die Drähte zwischen den Schulexperten der Parteien heiß. Am Montagabend trafen sich die Fraktionen zu letzten Beratschlagungen. Laut AZ-Informationen wird sich die Mehrheit aber – wie bereits im vergangenen Schulausschuss – für einen Standortwechsel hin zur Eintrachtstraße aussprechen.

Die Schüler der DHS haben angekündigt, in großer Zahl am Mittwoch im Ratssaal aufzuschlagen. Sie wollen klarmachen: Ein Umzug kommt für sie nicht in Frage. Die Politiker zeigen durchaus Verständnis für die Enttäuschung und den Zorn der betroffenen Akteure.

Für Gretel Opitz, Schulexpertin der FDP, ist das letzte Wort in Sachen Umzug sogar noch nicht gesprochen: „Eltern und Schülern ist vor vier Jahren zugesagt worden, dass sie bis zum Schluss im Gebäude an der Sandkaulstraße bleiben können“, so die Liberale. Sie hält daher eine gemeinsame Übergangslösung der DHS mit der weiter wachsenden 4. Gesamtschule an der Sandkaulstraße durchaus für möglich.

„Da muss man gegebenenfalls auf beiden Seiten Einschränkungen in Kauf nehmen“, sagt die FDP-Politikerin

Plan B bisher nicht in Sicht

Doch die meisten von Opitz‘ Schulausschusskollegen stehen einem erneuten Umschwenken skeptisch gegenüber. „Die Eintrachtstraße bleibt für mich die pädagogisch und organisatorisch beste Lösung“, meint Ulla Griepentrog (Grüne). „Ein Zusammenrücken am jetzigen Standort für ein Jahr halte ich dagegen für sehr schwierig.“

Auch SPD und Die Linke stoßen in dieses Horn. Georg Biesing (Linke) weist auf den steigenden Platzbedarf der Gesamtschule hin. Unter diesen Umständen sei ein Umzug „für eine auslaufende Schule geeignet“. So bewertet auch Bernd Krott (SPD) die Lage. Vor sechs Monaten habe die Politik vom Gebäudemanagement der Stadt erfahren, dass es „eng wird an der Sandkaul-straße“ (Krott).

Ab Sommer beginnen dort die Bauarbeiten zur Erweiterung der 4. Gesamtschule. Diese haben erhebliche (Raum-)Einschränkungen zur Folge. „Wir wollen die Realschule nicht aus ihren Räumen vertreiben“, betont Krott. Sollte die Verwaltung bis Mittwoch doch noch einen Plan B präsentieren, möchte der SPD-Politiker diesen intensiv prüfen.

Doch bisher sendet das Rathaus keine etwaigen Signale. Fest steht: Die Politiker haben morgen ab 17 Uhr das Wort. Und zwar direkt im Rat. Eine kurzfristig einberufene Schulausschusssitzung im Vorfeld wird es laut Björn Gürtler vom städtischen Presseamt nicht geben.

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