DGB sieht Mindestlohn als Erfolgsmodell

Von: Peter Schopp
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Chancen durch Migration erkennen: Beim Neujahrsempfang fanden Ralf Woelk (vorne Mitte) und die beiden Hauptredner Achim Schyns (links) und Martin Peters- Mitte (rechts, IGM-Bevollmächtigter Stolberg) klare Worte. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Alle Jahre wieder – nach diesem Motto begrüßte der Regionsgeschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Ralf Woelk neben vielen Gewerkschaftsmitgliedern zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Kirche im DGB-Haus an der Dennewartstraße.

In einer kurzen Begrüßungsansprache zog er ein Resümee über ein Jahr Mindestlohn und stellte heraus, dass die Erwartungen der Befürworter voll erfüllt worden seien, wohingegen die düsteren Prognosen von Arbeitgeberseite sich nicht bestätigt hätten. Er dankte den Unterstützern bei den Feierlichkeiten aus Anlass des ersten Geburtstages des Mindestlohns für ihren Einsatz und übergab das Wort an den 1. Bevollmächtigten der IG Metall Aachen, Achim Schyns.

Dieser setzte die aktuellen Geschehnisse in Politik und Arbeitswelt in einen historischen Zusammenhang und fragte ketzerisch, ob Gewerkschaften in der heutigen Zeit überhaupt noch sinnvoll seien, ob Gewerkschafter nicht vielmehr als Bremser der schnellen Entwicklung in vielen Bereichen der modernen Arbeitswelt erscheinen würden. Die Geschichte „seiner“ Gewerkschaft IG Metall, die auf 125 Jahre Arbeitnehmervertretung zurückblickt, sei aber die beste Antwort auf diese Fragen.

Themen wie Flüchtlingskrise und Industrialisierung, einhergehend mit vielen Ängsten, Arbeitsplatzverlusten und Umstrukturierungen, sind damals Anlass zur Gründung der Gewerkschaften gewesen und stehen heutzutage wieder ganz oben auf der Agenda. Und er bezog klar Stellung. „Es war immer schon schwierig, viele Menschen aufzunehmen und zu integrieren, aber das Phänomen gab es in vergangenen Jahrhunderten schon oft.

Menschen, die zu uns kamen, haben Deutschland immer gut getan. Wir müssen nur die Chancen erkennen, die sich uns bieten“, so Schyns. Man brauche in Zukunft wahrscheinlich weniger Handwerker, gerade in von der IG Metall abgedeckten Arbeitsbereichen. Doch in der Folge würden andere Berufe entstehen, die Menschen müssten sich umorientieren, besser qualifizieren und stetig fortbilden.

Keine Kompromissbereitschaft gab es für ihn beim Thema Arbeitszeit, auch wenn heute über eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit gesprochen würde. Das Ziel müsse vielmehr eine Verkürzung derselben sein, um den Menschen einen vernünftigen Lebensabend zu ermöglichen.

Außerdem klagte er die Arbeitgeber an, die mit aller Macht die Gründung von Betriebsräten in ihren Unternehmen verhinderten und entsprechende Aktionen mit Kündigungen oder Strafversetzungen der Mitarbeiter bestraften. Darüber hinaus erhoffte sich Schyns die Angleichung verschiedener Eckpunkte für ganz Europa. Verschiedene Arbeitsmarkt- und Arbeitsplatzbedingungen seien keine gute Grundlage für einen ausgewogenen europäischen Wirtschaftskreis.

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