Deutschkurse für Flüchtlinge: „Sie machen das gerne“

Von: Carsten Rose
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Wichtige Integrationshilfe: Logopädin Bernadette Hemmers im Unterricht mit zwei Flüchtlingskindern. Foto: Harald Krömer

Aachen. Bernadette Hemmers ist froh, als Logopädin mit einer eigenen Praxis selbstständig zu sein. Dadurch ergeben sich Freiräume im Terminkalender, in denen die 29-Jährige vom Beruf ins Ehrenamt wechselt. Bernadette Hemmers gibt Flüchtlingen seit einem Monat Deutschkurse.

„Es ist meine Passion, Kindern die deutsche Sprache beizubringen. Daher war schnell klar, dass das mein Beitrag sein kann“, sagt sie hinsichtlich der Integration von Flüchtlingen. Diese kommen über die Caritas zu ihr. Bei der Caritas ist Hemmers als ehrenamtliche Helferin registriert. Es war ein längerer Weg, auf den sie über Internetrecherche gestoßen ist.

Das Ziel: Kontakte knüpfen

Sechs junge Menschen sind es derzeit, sie kommen jeweils in Paaren eine Stunde pro Woche in Bernadette Hemmers‘ Praxis. „Das ist absolut machbar, es darf auch mehr werden, wenn es in den Alltag passt“, sagt sie. Ihre Vormittage würde sie gerne mehr mit ihrem Ehrenamt füllen. Unter ihrer Schülergruppe ist ein Zwillingspaar aus Syrien, der Zwölfjährige und seine Schwester besuchen das Gymnasium. Dazu kommen zwei Geschwister aus dem Libanon, die ebenfalls aufs Gymnasium in die 7. Klasse gehen.

Aus dem Iran lernen zwei Schwestern im Alter von 21 und 23 Jahren bei Bernadette Hemmers. Die einzelnen Lebensgeschichten kennt sie nicht detailliert, im Erstgespräch mit Übersetzer und Elternteil fragt sie auch nicht tiefer nach. Für den Sprachkurs ist es auch sekundär. Mit Rollenspielen und Realgegenständen wie Kücheninventar und Kleidung will Hemmers mit ihnen einen Alltagswortschatz aufbauen. Vokabelübungen als zehnminütige Hausaufgaben sollen den Unterricht ergänzen. Ständiges Ziel sei es, Kontakte mit deutschen Mitschülern zu knüpfen.

Ein halbes Jahr plant Hemmers mit jedem Schützling. Den Lernerfolg macht sie von vornherein an der Motivation eines jeden Einzelnen fest. Die sei da, sagt Hemmers: „Sie wollen das, sie machen das gerne.“ Dennoch würden traumabedingte Schüchternheit und fehlendes Selbstvertrauen vor allem den Einstieg bei den Mädchen erschweren.

Dennoch hätten die zwei jungen Frauen aus dem Iran im Erstgespräch über ihren Übersetzer direkt einen Wunsch geäußert: „Sie möchten die Umgangssprache der Gleichaltrigen eher lernen als tiefe Grammatik.“

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