Deutsche Bahn: Zwischen Eilendorf und Rothe Erde auf die Überholspur

Von: Stephan Mohne
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Vorfahrt für Regional- und Fernzüge: Die Bahn will zwischen Rothe Erde – hier vom Berliner Ring aus gesehen – und Eilendorf eine Überholspur bauen, damit Güterzüge passiert werden können. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Über die Pünktlichkeit der Bahn wird ungefähr so oft geunkt wie über das Wetter. In Aachen sollen die Züge demnächst jedenfalls pünktlicher sein. Dafür will die Deutsche Bahn die stolze Summe von 50 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Wenngleich ein Teil dieses Geldes auch in die Sanierung des Bahnhofs Eschweiler fließt. Millionen werden aber auch im Aachener Bereich investiert – und zwar zwischen Eilendorf und Rothe Erde.

Schienen vor Jahrzehnten entfernt

Vor mehr als 20 Jahren hat die Bahn in diesem Streckenabschnitt Gleise entfernt, die mutmaßlich nicht mehr gebraucht wurden. Doch nun sollen genau dort – zwischen dem Haltepunkt Eilendorf und dem Reichsweg kurz vor dem Bahnhof Rothe Erde – neue Schienen gelegt werden. Die Bahn will dort buchstäblich auf die Überholspur. „ABS 4“ lautet der firmeninterne Name des Projekts, wobei ABS schlicht für „Ausbaustrecke“ steht. Unter dem Strich geht es dabei um den Ausbau des europäischen Hochgeschwindigkeitsnetzes auf deutschem Boden bis zur belgischen Grenze.

Wobei auf besagtem Streckenabschnitt, der 1,7 Kilometer lang ist, die Personenzüge nicht etwa schneller fahren sollen als bisher. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit bleibt bei 140 Stundenkilometern. Die neuen Gleise sollen es den Regional- und Fernverkehrszügen aber möglich machen, langsamere Güterzüge zu überholen, so ein Bahnsprecher auf Anfrage. Und Güterzüge fahren in diesem Bereich nicht wenige.

Aachen liegt an der vielbefahrenen Güterstrecke von den Häfen an der Nordseeküste – insbesondere Antwerpen – in Richtung Süden. Die langen Güterzüge halten bisweilen die Personenzüge auf und wirken wie ein „Bremsklotz“. Die Zahl der Personenzüge soll sich zwar nicht erhöhen, aber: „Die erste Baustufe wirkt sich positiv auf die Betriebsqualität aus, indem der Zugverkehr reibungsloser und pünktlicher erfolgt“, heißt es bei der Bahn. Zumal in Eschweiler ein weiteres Überholgleis gebaut werden soll.

Langwieriges Planverfahren

Bis es mit der gesteigerten Pünktlichkeit soweit ist, wird allerdings noch eine Weile vergehen. Noch diesen Monat will die Bahn die Planungen dem Eisenbahnbundesamt vorlegen. Kommt von dort grünes Licht, geht es in ein langwieriges Planfeststellungsverfahren. Bei „normalem Verlauf“ dieses Verfahrens könne dann möglicherweise 2018 mit dem Bau der Gleise begonnen werden. 2019 könnte es dann losgehen mit den Überholmanövern zwischen Eilendorf und Rothe Erde.

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